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Tumortherapie

Mit Zucker Krebszellen aufspüren

Forscher haben eine komplexe Zuckerstruktur synthetisiert, die spezifisch an Tumore andockt. Das könnte eine frühe Diagnose ermöglichen.

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WÜRZBURG. Galectine sind eine Proteinklasse, die in den vergangenen Jahren zu einem Hoffnungsträger der Krebsforschung avanciert ist. Ein Vertreter davon ist das Protein Galectin-1. Es sitzt auf der Oberfläche aller menschlichen Zellen, auf Tumorzellen allerdings kommt es in enormen Mengen vor. Aktuelle Studien haben ergeben: Wird Galectin-1 blockiert, kann das Immunsystem den Tumor erkennen und ihn mit T-Zellen angreifen, berichtet die Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg in einer Mitteilung.

Wissenschaftler der Uni Würzburg haben nun in einer Studie einen ganz speziellen Abschnitt des Proteins analysiert – die sogenannte Kohlenhydrat-Erkennungsdomäne – und ein komplexes Zuckermolekül designt, das haargenau auf diese Domäne passt (Chem Bio Chem 2017; 18: 1477). "Wir haben das Zuckermolekül mit einer Andockstelle versehen, um es zum Beispiel mit einem fluoreszierenden Farbstoff oder einem Wirkstoff verbinden zu können", wird Studienautor Professor Jürgen Seibel von der JMU in der Mitteilung zitiert.

Außerdem haben die Wissenschaftler die Bindung des von ihnen synthetisierten Moleküls an Galectin-1 mit hoch auflösenden Röntgenstrukturanalysen genau beschrieben. "Unsere Erkenntnisse können der Entwicklung von hoch affinen Liganden des Proteins Galectin-1 und somit auch neuer Arzneistoffe dienen", fügt Studienautor Dr. Clemens Grimm hinzu.

Nun arbeiten die Würzburger Wissenschaftler eigenen Angaben nach an einem Schnelltest zum Nachweis von Galectin-1. Er soll eine frühe Erkennung von Tumoren, etwa dem Neuroblastom, ermöglichen. Für die Zukunft möchten Seibel und seine Kollegen die Zuckermoleküle zu einer Art Shuttlesystem ausbauen, mit dem sich pharmazeutische Wirkstoffe direkt zu den Tumoren transportieren lassen. (eb)

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