Mit physikalischer Medizin gegen Rheuma

BERLIN (kat). Deutschland ist in Europa der Spitzenreiter, was die ärztliche Empfehlung zum Einsatz der Phytomedizin oder Akupunktur bei muskuloskeletalen Schmerzen angeht: Fast jeder dritte Patient wird auch pflanzlich behandelt, etwa jeder sechste erhält Akupunktur.

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Gute Evidenz gebe es für die meisten Methoden der physikalischen Medizin, betonte Professor Dr. Uwe Lange von der Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim. Und auch bei den Methoden, zu denen nur geringe oder keine Evidenz vorläge, bedeute dies nicht, dass ihr Einsatz klinisch nicht sinnvoll sei. Denn häufig werde zumindest die psychosoziale Krankheitsbewältigung positiv unterstützt.

Noch aus einem anderen Grund plädierte Lange beim Rheuma-Kongress in Berlin dafür, dass Hausärzte Methoden der physikalischen Therapie häufiger verordnen sollten: Nur relativ wenige Patienten mit Rheumatoider Arthritis seien noch regelmäßig körperlich aktiv. Daher seien Maßnahmen, die die funktionelle Gesundheit unterstützen umso wichtiger. Leider sehe die Realität anders aus. Nach einer Erhebung aus diesem Jahr gehen die Verordnungen weiter zurück.

Auch wenn unverändert Forschungsbedarf bestehe, um den Stellenwert der Methoden der physikalischen Medizin zu unterstreichen und plausibel zu machen, so gebe es für die Anwendung bei vielen rheumatischen Erkrankungen doch gute Evidenz. Sie ist in drei kleinen Bänden* aktuell und knapp zusammengefasst und kann eine Richtschnur bilden. Damit ist nach Langes Angaben klar, "dass physikalische Therapie nicht reine Wasserpanscherei ist und auch im Zeitalter der Zytokintherapie noch einen Platz hat." Je nach Beteiligung anderer Organsysteme seien allerdings Einschränkungen der physikalischen Therapiemaßnahmen zu beachten.

*Physikalische Medizin in der Rheumatologie unter Berücksichtigung evidenzbasierter Daten, Band 1-3, Hrsg. Uwe Lange, Ligatur Verlag, Stuttgart, 2008, ISBN 978-3-943407-04-7

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