Mosambiks "Wunder-Baby" wird heute sieben Jahre alt

JOHANNESBURG/MAPUTO (dpa). Mosambiks "Wunder-Baby" blickt heute an seinem siebten Geburtstag erneut auf ein überflutetes Land. Die vor den Augen von Millionen TV-Zuschauern unmittelbar nach ihrer Geburt aus einer Baumkrone geborgene Rosita Chibure lebt heute nahe dem Ort Chibutu.

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Ihr erster Eindruck von der Welt war Chaos und Verzweiflung: unter ihr reißende Flut, über ihr peitschende Rotorblätter eines Hubschraubers. Als er über ihr war, schnitt Rositas Großmutter die Nabelschnur durch - Mosambik hatte eine neue Hoffnungs- und Sympathieträgerin, die mit ihrer Mutter anschließend in aller Welt Spenden für das zerschundene Land sammelte.

Auch heute stehen wieder ganze Regionen ihrer südostafrikanischen Heimat unter Wasser. Diesmal plagt ein Mix aus Naturkatastrophen das Land: Dürre im Süden, die Folgen eines verheerenden Tropensturms im Zentrum und dazu Überschwemmungen entlang des mächtigen Sambesi-Stroms, die etwa 140 000 Menschen vorübergehend obdachlos machten. Anders als bei den Überflutungen 2000/2001 hat die Regierung diesmal dank vorsorglicher Planung das Schlimmste verhindern können.

Es geht weniger um die Rettung von Menschen aus Wassermassen, als vielmehr um das Problem, Vertriebene über mehrere Monate hinweg zu ernähren - und das trotz zerstörter Straßen, Brücken, Plantagen und Funkmasten. Die EU, Südafrika, die deutsche Regierung - sie alle haben Unterstützung, und Hilfsorganisationen haben Expertenteams entsandt.

Ein Reporter machte das kleine Mädchen ausfindig, das einst den vielen Überschwemmungs-Opfern ein Gesicht gab. Mit ihren beiden Geschwistern Celina (12) und Bendido (19) lebt Rosita heute nach dem Ruhm der ersten Tage am Limpopo-Fluss ein bescheidenes Leben im Dorf Chimundu. Ihre Familie hat von der Regierung ein Häuschen aus Beton erhalten - einer der wenigen Steinbauten im Dorf. Während ihre Mutter in einer Abendschule Lesen und Schreiben lernt, genießt Rosita in der Schule Prominenten-Status.

Doch die kurze Zeit der Berühmtheit hat das Leben der Familie kaum verändert. "Ich arbeite heute als Putzfrau und an Nachmittagen als Serviererin im Rathaus", erklärte die 30-jährige Sofia, die noch immer hofft, den Rettern ihrer Tochter eines Tages persönlich danken zu können.

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