Nach Hüftfraktur: Doppeltes Risiko für weitere Brüche

ODENSE (ikr). Nach einer Hüftfraktur ist das Risiko für Folgefrakturen langfristig doppelt so hoch wie bei der Allgemeinbevölkerung. Und die Sterberate ist nach dem zweiten Bruch stark erhöht. Angesichts ihrer aktuellen Daten appellieren dänische Forscher an Kollegen, die Frakturprophylaxe noch konsequenter umzusetzen als bisher.

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Knapp 170 000 Patienten mit Hüftfraktur in den Jahren 1977 bis 2001 wurden im Mittel 3,8 Jahre nachbeobachtet, und die Rate der Patienten mit weiteren Brüchen dieser Art wurde ermittelt (J Bone Miner Res 24, 2009, 1299). Die Teilnehmer -  überwiegend Frauen - waren im Schnitt 77 Jahre alt.

27 834 Frauen erlitten eine zweite Fraktur - eine viel höhere Rate als in der Allgemeinbevölkerung: Im ersten Jahr betrug die Inzidenz zweiter Hüftfrakturen neun Prozent, aber nur zwei Prozent bei Kontrollpersonen ähnlichen Alters - unabhängig von Geschlecht und Komorbiditäten. Auch nach fünf Jahren war die Inzidenz noch erhöht (20 versus 12 Prozent). Erst 15 Jahre nach der Erstfraktur hatte sich das Risiko an das der Allgemeinbevölkerung angeglichen.

Die Sterberate der Patienten mit erneuter Hüftfraktur war deutlich höher als bei den Kontrollpersonen. 121 953 Patienten mit zweiter Hüftfraktur starben im Beobachtungszeitraum. Ein Jahr nach der Zweitfraktur betrug die Sterberate 27 Prozent bei den Männern im Vergleich zu 9 Prozent bei den Kontrollpersonen und bei den Frauen 21 Prozent versus 10 Prozent. Fünf Jahre nach der Zweitfraktur betrug die Sterberate bei Männern 64 Prozent im Vergleich zu 40 Prozent bei Kontrollpersonen und bei Frauen 58 versus 41 Prozent. Die Forscher beklagen, dass bisher nur wenige Patienten mit Hüftfraktur eine Prophylaxe erhalten. So hatte nur etwa ein Prozent der Studienteilnehmer Bisphosphonate erhalten.

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