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Pädiatrie

Nahrungsmittel-Allergien sind häufigste Anaphylaxie-Auslöser

Nach aktuellen Daten entwickeln nur vier Prozent der Kinder mit Hühnereiallergie bis zum vierten Lebensjahr eine Toleranz.

Von Angelika Bauer-Delto Veröffentlicht:

FREIBURG. Die Prävalenz diagnostisch gesicherter IgE-vermittelter Nahrungsmittelallergien liegt bei Kindern zwischen 1 und 3 Prozent.

Damit seien Nahrungsmittelallergien zwar relativ selten; dem deutschen Anaphylaxie-Register zufolge seien sie bei Kindern mit 58 Prozent der Anaphylaxie-Fälle jedoch der weitaus häufigste Auslöser anaphylaktischer Reaktionen, berichtete Professor Andrea Heinzmann vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Freiburg.

Die Bestimmung von spezifischem IgE und Hautpricktests reichten nicht aus, um einen Verdacht auf eine Nahrungsmittelallergie zu bestätigen oder auszuschließen, so Heinzmann beim 3. Interdisziplinären Freiburger Allergie-Symposium. Derzeit sei die doppelblinde, placebokontrollierte Provokationstestung Goldstandard.

Heinzmann empfahl, die Provokationstestung in den ersten fünf Lebensjahren alle zwölf bis 18 Monate, danach alle zwei bis drei Jahre zu wiederholen, um eine mögliche Toleranzentwicklung zu überprüfen. Auch bei Eintritt in Kindergarten oder Schule könne eine erneute Testung sinnvoll sein, um Erzieher oder Lehrer entsprechend informieren zu können.

Häufigster Auslöser einer Nahrungsmittelallergie ist Kuhmilch. In einer Studie mit 293 Kindern im Alter zwischen drei und 18 Monaten erwiesen sich die Spiegel an spezifischem IgE, die Reaktionsstärke im Hautpricktest und eine gleichzeitige atopische Dermatitis als prädiktive Faktoren für eine mögliche Toleranzentwicklung.

Als überraschend beurteilte Heinzmann aktuelle Daten, denen zufolge nur 4 Prozent der Kinder mit Hühnereiallergie bis zum vierten Lebensjahr eine Toleranz entwickeln, im Alter von 16 Jahren sind es 68 Prozent.

Laut den Daten verliert sich eine Weizenallergie bei 29 Prozent bis zum Alter von vier und bei 65 Prozent bis zum Alter von zwölf Jahren, eine Allergie gegen Erdnüsse nur bei 20 Prozent. Allergien gegen Fisch und Schalentiere manifestieren sich meist erst im Erwachsenenalter und persistieren dann.

Ein noch neuer Therapieansatz, der derzeit in einer Studie überprüft wird, sei die spezifische orale Toleranzinduktion (SOTI), bei der allergene Nahrungsmittel in aufsteigender Menge verabreicht werden, so Heinzmann. Erste Erfahrungen bei fünf eigenen Patienten seien gut.

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