Forschungspreis

Nanopartikel bremsen Atherosklerose

Für seine Arbeit zu einem neuen Therapieansatz zur Herzinfarkt-Vorbeugung haben Dr. Hendrik B. Sager und sein Team vom Deutschen Herzzentrum München den Uta und Jürgen Breunig-Forschungspreis 2016 erhalten.

Veröffentlicht: 19.09.2016, 16:28 Uhr

FRANKFURT / MAIN. Einen neuen Therapieansatz zur Herzinfarkt-Vorbeugung, der unter Einsatz von Nanopartikeln die Atherosklerose unterbindet, haben Dr. Hendrik B. Sager und sein Team an der Klinik für Herz- und Kreislauferkrankungen am Deutschen Herzzentrum München (HZM) entwickelt.

Für seine Arbeit "Therapeutic silencing of leukocyte adhesion molecules in atherosclerosis and acute myocardial infarction" erhielt Sager nun den mit 6000 Euro dotierten Uta und Jürgen Breunig-Forschungspreis 2016 der Deutschen Herzstiftung und der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin.

Die Münchner Forscher haben untersucht, inwiefern sich der Entzündungsvorgang in der Plaque gezielt unterbinden lässt (Sci Transl Med. 2016; 8(342):342ra80), teilt die Deutsche Herzstiftung mit.

Die Atherosklerose ist durch eine stetige Aufnahme von Monozyten aus dem Blut in den Plaque gekennzeichnet. Im Plaque entwickeln sich Monozyten zu Makrophagen. Diese ballen sich und entwickeln sich zu Schaumzellen, geben entzündliche Botenstoffe ab und tragen damit wesentlich zu einer Plaque-Destabilisierung bei, die den Plaque-Einriss zur Folge haben kann.

Die Forscher um Sager haben ein auf mikroskopisch kleine Nanopartikel gestütztes "RNA interference (RNAi)-System" entwickelt, das die Aufnahme von Monozyten aus dem Blut drosselt, indem es sogenannte Zelladhäsionsmoleküle (CAMs) auf Plaque-Endothelzellen herunterreguliert.

CAMs sind für die Entstehung der Atherosklerose von Bedeutung, heißt es in der Mitteilung. "Auch wenn das Verfahren noch im experimentellen Stadium ist, konnten wir zeigen, dass sich diese Behandlung positiv auf den Plaque-Charakter auswirkt und Plaques weniger gefährdet sind aufzureißen", wird Sager in der Mitteilung zitiert.

"Unsere Ergebnisse könnten zu einer neuen Option in der Behandlung der Atherosklerose beitragen, indem wir gezielt Medikamente in die Ablagerungen bringen und so das Übertreten von entzündlichen Zellen aus dem Blut in die Gefäßwand vermindern." (eb)

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