Schlaganfall

Neue Kampagne gegen den Schlaganfall gestartet

BERLIN (gvg). "Jede Minute zählt: Jeder Schlaganfall ist ein Notfall!" Unter dieses Motto stellt die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe ihre neue Aufklärungskampagne.

Veröffentlicht:

Ziel der Kampagne ist es, die Bevölkerung für die Schlaganfall-Symptome zu sensibilisieren, sagte die Gründerin der Stiftung, Liz Mohn, vom Bertelsmann-Konzern gestern in Berlin.

Dazu wurde die ehemalige Miss World, Verona Pooth, als Botschafterin gewonnen. Pooth wirkt in einem Fernsehspot mit, der ab sofort im deutschen Fernsehen gezeigt wird. Im Laufe der nächsten zwei Jahre soll es außerdem viele Veranstaltungen und Fernsehauftritte geben, bei denen auf die typischen Symptome des Schlaganfalls hingewiesen wird.

"Wer schlagartig eine Lähmung hat, Sätze von anderen nicht mehr versteht oder Gesichtsfeldausfälle bemerkt, sollte nicht zum Hausarzt gehen, sondern sofort 112 anrufen", so Professor Karl Einhäupl von der Charité Berlin. "Die wichtigste Stunde im Leben eines Schlaganfall-Patienten ist die erste Stunde nach dem Ereignis", so Einhäupl.

Nach Symptombeginn bleiben bekanntlich nur drei bis höchstens sechs Stunden Zeit, um mit einer Therapie das für den Patienten Bestmögliche herauszuholen. Bisher erreicht in Deutschland nach verschiedenen Studienergebnissen nur jeder vierte Schlaganfall-Patient innerhalb von drei Stunden eine Klinik.

Deshalb wird trotz passender Indikation bei Patienten mit frischem Schlaganfall in Deutschland nur selten eine Lyse-Therapie begonnen.

Dieses Verfahren ist jedoch nach Auffassung von Experten für etwa zehn Prozent der Schlaganfall-Patienten eine gute Option. Aber bislang werden nur zwei Prozent so therapiert.

Weitere Informationen zu der Kampagne der Deutschen Schlaganfall-Hilfe gibt es im Internet unter der Adresse: www.schlaganfall-hilfe.de

Mehr zum Thema

Studie

Karotisstenose: Stenting und Op langfristig gleichauf

Weniger Behinderungen und Todesfälle

Schlaganfallmobil verbessert die Prognose Betroffener

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Impetigo bei einem fünf Jahre alten Kind.

© FotoHelin / stock.adobe.com

practica 2021

Bei Impetigo contagiosa ist Abstrich meist überflüssig

Impfausweis mit Comirnaty-Eintrag: Welcher ist immunogener – der Corona-Impfstoff von BioNTech oder der von Moderna?

© Bikej Barakus / stock.adobe.com

Corona-Studien-Splitter

Dritte Impfung mit Comirnaty® frischt Schutz zuverlässig auf

Gut ausgebildete Medizinische Fachangestellte werden immer häufiger aus den Praxen abgeworben, beklagt Virchowbund-Vorsitzender Dr. Dirk Heinrich. In der Corona-Pandemie habe sich gezeigt, wie systemrelevant MFA sind.

© Virchowbund

MFA häufig abgeworben

Virchowbund-Chef: „Ein Arzt alleine ist noch keine Praxis!“