Neue Malaria-Risikogebiete in Indien und Amerika

NEU-ISENBURG (ug). Die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG) hat ihre Empfehlungen zur Malaria-Prophylaxe aktualisiert. In einigen Regionen Südamerikas und Indiens wird jetzt eine Chemoprophylaxe neu empfohlen.

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Bisher galten in Amerika nur Teile Brasiliens als Malaria-Hochrisikogebiete. Jetzt rät die DTG auch bei Reisen ins Landesinnere von Surinam oder Französisch-Guayana zu einer medikamentösen Prophylaxe. Zudem wird jetzt in den indischen Regionen Westbengalen und Assam die Chemoprophylaxe empfohlen.

Eine solche Prophylaxe ist anson-sten weiter nötig bei Reisen nach West- und Ostafrika, Papua-Neuguinea, die Salomonen, Teile Indonesiens und Teile des Amazonasgebiets in Brasilien. Obwohl in den letzten Monaten aus Goa in Südindien und auch wieder aus der Dominikanischen Republik vermehrt Malaria nach Deutschland mitgebracht worden sei, sei es noch verfrüht, auch für diese Gebiete eine Chemoprophylaxe zu empfehlen, so die DTG. Reisemediziner sollten sich aber stets aktuell informieren. Hier wie in allen anderen Malaria-Gebieten reicht es derzeit aus, wenn Touristen ein Standbymedikament dabei haben.

Bei den empfohlenen Medikamenten zur Chemoprophylaxe hat sich in den neuen Leitlinien nichts geändert. Es sind nach wie vor Mefloquin (Lariam®), die Kombination aus Atovaquon und Proguanil (Malarone®) oder Doxycyclin (das Antibiotikum hat sich zwar bewährt, ist in Deutschland aber nicht zu Malariaprophylaxe zugelassen, was Touristen erklärt werden muss). Mefloquin ist allerdings nicht geeignet in den thailändischen Provinzen Tak und Trat, hier sind die Malaria-Erreger bereits resistent dagegen. Auch bei Extremreisen in die thailändischen Grenzgebiete zu Myanmar, Laos und Kambodscha sowie generell bei Last-Minute-Reisen rät die DTG von Mefloquin ab.

Zur Standby-Therapie geeignet sind Mefloquin (außer in Regionen mit Mefloquin-Resistenzen), Atovaquon/Proguanil oder auch die Kombination Arthemeter und Lumefantrin (Riamet®). Chloroquin ist nur in Zentralamerika, außer in Panama, zur Standby-Therapie geeignet.

Die DTG betont, wie wichtig außerdem ein guter Schutz vor den Überträgermücken ist. Dazu gehören Repellentien, hautbedeckende, helle Kleidung und nachts Aufenthalt in mückensicheren Räumen und ein Moskitonetz.

Weitere Infos auf der Website der DTG unter www.dtg.org

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