Direkt zum Inhaltsbereich

Neue Option bei Gelenkerkrankungen

MÜNCHEN (wst). Am 2. Januar ist Lumiracoxib eingeführt worden. Der selektive Cyclooxygenase-2 (COX-2)-Hemmer zur Therapie bei aktivierten Hüft- und Kniegelenksarthrosen hat kein höheres kardiovaskuläres Risiko als klassische NSAR, ist aber gastrointestinal besser verträglich. Zudem lassen die pharmakologischen Eigenschaften des Coxibs ein günstiges Nutzen-Risiko-Profil erwarten.

Veröffentlicht:

Zu Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit der neuen Substanz liegen die Ergebnisse von Studien mit über 34 000 Patienten vor, hieß es bei einer vom Unternehmen Novartis veranstalteten Pressekonferenz für Lumiracoxib (Prexige®).

Auf einen Vorteil des neuen COX-2-Hemmers hat der Pharmakologe Professor Kay Brune von der Universität Erlangen-Nürnberg hingewiesen. Die kurze Eliminierungszeit von zwei bis vier Stunden ermögliche eine bedarfsgerechte Therapie. Die Patienten könnten bei Bedarf nach einigen Stunden eine zweite Dosis einnehmen.

Die Grundlagen erläuterte Brune so: Die basischen selektiven COX-2-Hemmer der ersten Generation verteilen sich relativ homogen im gesamten Organismus. Die Cyclooxygenase-2 wird deshalb nicht nur im entzündeten Gelenksgewebe gehemmt, sondern auch in anderen Kompartimenten wie Blut, Herz, Leber und Niere. Dort aber erfüllt dieses Enzym - was zunächst verkannt wurde - wichtige physiologische Aufgaben.

Das COX-2-selektive, stärker saure Lumiracoxib verhält sich pharmakokinetisch ähnlich wie klassische und ebenfalls saure Cyclooxygenase-Hemmer. Dazu gehören Diclofenac oder Ibuprofen, die eine kurze Halbwertszeit haben. Wie diese reichert sich Lumiracoxib selektiv in der Synovialflüssigkeit entzündeter Gelenke an. Dort wurden nach einmal täglicher Einnahme von Lumiracoxib in therapeutischer Dosierung Wirkstoffkonzentrationen gemessen, die eine ausreichende COX-2-Hemmung rund um die Uhr erwarten lassen. Aus dem restlichen Organismus dagegen wird die Substanz relativ rasch, mit einer Plasmahalbwertszeit von lediglich zwei bis vier Stunden eliminiert. Deshalb werden physiologische COX-2-Funktionen vermutlich eher geschont als bei weniger gewebsspezifischen Coxiben mit längerer Plasmahalbwertszeit.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Übersicht und Metaanalyse

Probiotika könnten Arthrose-Beschwerden lindern

Das könnte Sie auch interessieren
Geldschein, teilweise bedeckt von Stethoskop

© photocrew / stock.adobe.com

Kostenstrukturanalyse

Privatanteil an den Einnahmen geht leicht zurück

Logo VasioCore

© InMediq

inmediQ

VasioCore: Patientenspezifischer Cardiovascular Twin

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Logo Cardisio

© Lilly

Lilly

Adipositassprechstunde systematisch umsetzen

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Vom Warnsignal zur RNAi-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

© Rasi / stock.adobe.com

Chronische Herzinsuffizienz

HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

© APOGEPHA Arzneimittel GmbH | Generated by AI

Überaktive Blase

Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APOGEPHA Arzneimittel GmbH, Dresden
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Auf einer Waage befindet sich ein Apfel sowie ein Maßband, daneben lieben Hanteln und ein grüner Blattsalat

© Davizro Photography / stock.adobe.com

Early-onset-Diabetes

Jeder zweite junge Erwachsene erreicht Diabetesremission

 erschöpfter Malermeister

© Adobe Firefly / Andrea Schudok / generated by AI

Kasuistik

Schwindel und Leistungsknick: Was sehen Sie im EKG?

Ältere Frau sitzt auf dem Boden und hält sich den Kopf.

© LIGHTFIELD STUDIOS / stock.adobe.com

Stürze vermeiden!

Synkopen wegen Blutdruck-Schwankungen: Worauf es dann ankommt