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Neue Option bei zentralen neuropathischen Schmerzen

MANNHEIM (djb). Pregabalin hat im September die Zulassung zur Therapie bei zentralen neuropathischen Schmerzen erhalten. In einer Studie ließen sich mit dem Medikament bei einem Großteil der Patienten die Schmerzen deutlich lindern.

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Zentrale neuropathische Schmerzen treten nach ZNS-Läsionen auf, am häufigsten nach Rückenmarksverletzungen, nach Schlaganfall oder bei Multipler Sklerose. Mit Pregabalin (Lyrica®) läßt sich die pathologische Sensibilisierung zentraler nozizeptiver Neuronen vermindern, indem es den Kalzium-Einstrom in die Zelle reduziert und die Freisetzung der exzitatorischen Neurotransmitter Glutamat und Substanz P hemmt. Darauf hat Professor Ralf Baron aus Kiel beim Neurologen-Kongreß in Mannheim hingewiesen.

Die gute analgetische Wirksamkeit von Pregabalin bei zentralen Schmerzsyndromen konnte in einer Placebo-kontrollierten Doppelblindstudie bei 137 Patienten mit Querschnittläsionen gezeigt werden, sagte Baron auf einem von Pfizer unterstützten Symposium. Die Patienten litten seit durchschnittlich zehn Jahren an intensiven chronischen zentralen Schmerzen. Die aktuelle Schmerzintensität wurde mit 6,6 Punkten auf einer visuellen Analogskala mit maximal zehn Punkten angegeben.

Die Patienten erhielten über zwölf Wochen entweder Pregabalin oder Placebo. Die mittlere Pregabalin-Dosis betrug 388 mg täglich. Bei Studienende hatten 42 Prozent der mit Pregabalin behandelten Patienten angesprochen, das heißt die Schmerzen waren auf der Skala um mindestens 30 Prozent zurückgegangen. In der Placebo-Gruppe betrug die Ansprechrate nur 16 Prozent.

Die Schmerzlinderung trat bereits in der ersten Therapiewoche ein, sagte Baron. Parallel hatte sich die Schlafqualität deutlich verbessert. Verminderte Schlafqualität ist eine häufige Komorbidität bei neuropathischen Schmerzen. Die häufigsten unerwünschten Wirkungen von Pregabalin waren Schläfrigkeit, Schwindel, Asthenie und Mundtrockenheit. 13 Prozent der Pregabalin-Patienten und sieben Prozent in der Placebogruppe brachen die Therapie aufgrund unerwünschter Wirkungen ab.



STICHWORT

Kalziumkanal

Das meiste Kalzium gelangt über spannungsabhängige Kalziumkanäle in die Zelle. Die Kanäle sind aus fünf Untereinheiten aufgebaut: Etwa dem Tunnelprotein a1, durch das Kalzium-Ionen in die Zelle strömen, und das a2d-Hilfsprotein, an das Pregabalin bindet.

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