PAVK

Neue Option für Patienten mit Schaufenster-Krankheit

FRANKFURT AM MAIN (hbr). Der Wirkstoff Cilostazol verlängert bei Patienten mit Schaufenster-Krankheit Gehstrecke und Lebensqualität. Zudem sinkt bei Schlaganfall-Patienten das Risiko für eine zweite Apoplexie fast um die Hälfte. Negative Effekte der Therapie auf das Herz kommen offenbar nicht gehäuft vor.

Veröffentlicht: 05.04.2007, 08:00 Uhr

Patienten mit Schaufenster-Krankheit haben eine stark verringerte Lebensqualität: Oft können sie nur wenige Schritte ohne Schmerzen gehen und dadurch am Leben kaum noch teilnehmen, so Dr. Klaus Amendt vom Mannheimer Diakonie-Krankenhaus. Seit Januar gibt es mit Cilostazol (Pletal®) für diese Patienten eine neue orale Therapieoption. Angezeigt ist sie bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit mit intermittierendem Hinken (Stadium II).

Das Präparat wirke als Anti-Atherothrombotikum und inaktiviert zum Beispiel aktive Thrombozyten, aber ohne die Blutungsneigung zu verstärken, so der Gefäßspezialist bei einer Veranstaltung des Unternehmens Schwarz in Frankfurt am Main. Die Patienten bemerken nach vier bis sechs Wochen erste Erfolge. In Placebo-kontrollierten Phase-III-Studien stieg die maximale Gehstrecke mit zweimal 100 mg pro Tag in sechs Monaten um bis zu 100 Prozent. Auch Treppensteigen, Tempo und Parameter der Lebensqualität, etwa Schmerzen, besserten sich signifikant.

Die Herzsicherheit belegte eine Langzeit-Studie mit über 700 Claudicatio-Patienten. Die Studie war nötig, weil in der Vergangenheit Phosphodiesterase-3-Hemmer bei Herzinsuffizienz mit einer erhöhten Sterberate verknüpft waren. In den bis zu drei Jahren Therapie mit Cilostazol waren aber die kardiovaskuläre Sterberate und Morbidität - wie Herzrhythmusstörungen, Schlaganfall und Herzinfarkt - nicht häufiger als mit Placebo. Und eine Studie mit mehr als 1000 Schlaganfall-Patienten über bis zu drei Jahre belegt, dass offenbar nicht nur die Gefäße der Beine profitieren: Im Vergleich zu Placebo war ein zweiter Schlaganfall mit Cilostazol um 42 Prozent seltener.

"Die Substanz ist sicher und effektiv", resümmierte Amendt. Als Nebeneffekte können, vor allem zu Beginn, dosisabhängig Kopfschmerzen, weicher Stuhl und manchmal Herzklopfen auftreten. Zum Therapieabbruch kam es aber nur bei vier Prozent der Patienten.

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