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Onkologie

Neue S3-Leitlinie zum Prostata-Ca ist da

Das Update der S3-Leitlinie zum Prostata-Ca berücksichtigt auch Neuerungen in der Primär- und Rezidivdiagnostik sowie aktuelle Erkenntnisse zu Radiatio und Pharmakotherapie.

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BERLIN. Das Leitlinienprogramm Onkologie hat im Dezember 2016 eine Aktualisierung der S3-Leitlinie zur "Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms" vorgelegt, meldet die Deutsche Krebsgesellschaft.

Die neue Version entstand unter der Federführung der Deutschen Gesellschaft für Urologie; die Evidenzaufbereitung wurde durch das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) durchgeführt. Beim Update wurden unter anderem Neuerungen in der Primär- und Rezidivdiagnostik sowie aktuelle Erkenntnisse in der Strahlentherapie und der medikamentösen Behandlung des Prostatakarzinoms berücksichtigt.

Das Prostatakarzinom ist mit 25,4 Prozent aller diagnostizierten Krebserkrankungen die häufigste Krebserkrankung des Mannes in Deutschland, erinnert die Krebsgesellschaft in ihrer Mitteilung. Jährlich erkranken etwa 58.000 Männer in Deutschland neu an diesem Tumor, etwa 12.000 sterben pro Jahr an den Folgen von Prostatakrebs. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei zirka 69 Jahren.

Da sich der Anteil der über 60-Jährigen in der Bevölkerung bis zum Jahr 2050 voraussichtlich verdoppelt, wird im gleichen Umfang auch eine Zunahme der Prostatakrebserkrankungen erwartet.

MRT-Ultraschall-Fusionsbiopsie ergänzt die Diagnostik

Zu den bestehenden diagnostischen Möglichkeiten beim Prostatakarzinom ist unter anderem die MRT-Ultraschall-Fusionsbiopsie hinzugekommen, so die Krebsgesellschaft in ihrer Mitteilung. Während einer ultraschallgestützten Gewebeentnahme ermöglicht diese Technik die gezielte Ausrichtung der Biopsienadel auf Herde, die zuvor in einer Magnetresonanztomographie auffällig geworden sind.

Neue Varianten der Positronenemissionstomographie können außerdem gezielt Prostatakrebszellen nach einem Rückfall aufspüren, und zwar mithilfe eines radioaktiven Markers, der das Prostataspezifische Membranantigen (PSMA) erkennt.

Konzepte der hypofraktionierten Bestrahlung

Im Bereich der Prostatakrebstherapie werden derzeit vermehrt sogenannte hypofraktionierte Bestrahlungskonzepte diskutiert, bei der man die erforderliche Strahlendosis in kürzerer Zeit als bei der konventionellen Bestrahlung verabreicht.

Außerdem haben Studien mittlerweile gezeigt, dass Patienten in gutem Allgemeinzustand, die unter einem metastasierten hormonsensitiven Prostatakarzinom leiden, von einer kombinierten Hormon-Chemotherapie mit Docetaxel profitieren.

Modulare Überarbeitungen geplant.

"Bei der Überarbeitung der Leitlinie haben wir diese diagnostischen und therapeutischen Verfahren priorisiert und aus den besten verfügbaren wissenschaftlichen Evidenzen Empfehlungen für ihren Einsatz abgeleitet", wird Professor Manfred Wirth vom Universitätsklinikum Dresden, Koordinator der Leitlinie, in der Mitteilung der Deutschen Krebsgesellschaft diskutiert.

Das Gesamtkonzept für die Aktualisierung der Prostatakarzinomleitlinie sei das einer "living guideline" mit einer geplanten modularen Überarbeitung in ein- bis zweijährigen Abständen. (eb)

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