Direkt zum Inhaltsbereich

Neues Insulin mit gleichmäßiger Wirkung über 20 Stunden

GRÜNWALD (sto). Das Wirkprofil von Insulin detemir (Levemir®) ist wesentlich flacher als das von NPH-Insulin. Ein Wirkmaximum, wie beim NPH-Insulin etwa vier Stunden nach der Injektion, läßt sich somit vermeiden. Dadurch verringere sich das Risiko einer Unterzuckerung stark, so Professor Petra-Maria Schumm-Draeger aus München.

Veröffentlicht:

Besonders ausgeprägte und nächtliche Hypoglykämien seien bei einer Behandlung mit Insulin detemir, das seit September 2004 verfügbare Basalinsulin, bei ansonsten gleich guter Stoffwechselkontrolle deutlicher seltener, betonte die Endokrinologin aus München-Bogenhausen.

So traten im Vergleich zweier Basis-Bolus-Regime bei Patienten mit Typ-1-Diabetes unter Insulin detemir plus Insulin aspart insgesamt 21 Prozent weniger Hypoglykämien im Vergleich zur Therapie mit NPH-Insulin plus Humaninsulin auf. Die Zahl nächtlicher Unterzuckerungen war um 55 Prozent niedriger.

Die gleichmäßige Insulinwirkung über etwa 20 Stunden werde durch einen Verzögerungsmechanismus an der Injektionsstelle durch die Bildung von kurzen Hexamer-Ketten sowie durch die Bindung von Insulin an Albumin erreicht, erläuterte Schumm-Draeger bei den Grünwal-der Gesprächen, die von dem Unter-nehmen Novo Nordisk unterstützt wurden.

Aus der Albuminbindung heraus werde Insulin detemir kontinuierlich freigesetzt, was zu stabilen und re-produzierbaren Blutzuckerspiegeln mit geringer intraindividueller Vari-abilität führe. Insulin detemir liege zudem in löslicher Form vor und müsse daher nicht wie andere Basalinsuline vor der Injektion durchmischt werden, erläuterte Schumm-Draeger.

Ein weiterer Vorteil von Insulin detemir sei, daß es bei Patienten mit Typ-1-Diabetes während einer Behandlung praktisch zu keiner Gewichtszunahme komme. Die günstige Gewichtsentwicklung sei unabhängig von der Injektionszeit. Gleiches gelte für Patienten mit Typ-2- Diabetes, bei denen die Angst vor einer Gewichtszunahme immer wieder zu Verzögerungen einer Insulintherapie führe, so Schumm-Draeger.

In einer Studie über sechs Monate mit 505 Patienten mit Typ-2-Diabetes nahmen die mit Insulin detemir behandelten Patienten im Durchschnitt lediglich um 400 Gramm zu im Vergleich zu 1,2 Kilogramm bei Patienten, die NPH-Insulin bekommen hatten.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Deutliche Geschlechterunterschiede

Typ-2-Diabetes verschlechtert Prognose von Männern mit frühem Melanom

Medikamentenstudie

Risiko für Ketoazidose steht oft nicht im Beipackzettel

Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Abb. 2: Sekundärer Endpunkt der BOREAS-Studie: Veränderung der Lungenfunktion unter Dupilumab versus Placebo

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Typ-2-Inflammation bei COPD

Bessere Lungenfunktion und mehr Lebensqualität durch IL-4/-13-Hemmung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Berlin, und Regeneron GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Eine Roboterhand zeigt auf ein Stethoskop

© Slowlifetrader / stock.adobe.com / mit KI generiert

Künstliche Intelligenz

ChatGPT im Praxisalltag nutzen: Wieso diese Verlockung gefährlich ist

Ein Mann tippt etwas auf einem Laptop.

© tippapatt / stock.adobe.com

Erfahrungen eines Hausarztes

40 Prozent Home-Office für Ärzte: Wie das funktionieren kann

Eine Frau mit Rhinitis putzt sich ihre laufende Nase.

© onephoto / stock.adobe.com

Ob allergisch oder nicht

Rhinitis ist signifikant mit Migräne verbunden