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Neues Kombipräparat verbessert Schmerztherapie

BERLIN (hae). Für Patienten mit starken Schmerzen gibt es jetzt mit Targin® ein Kombipräparat mit dem Opioid Oxycodon und dem Opiat-Antagonisten Naloxon. Naloxon wirkt dabei gastrointestinalen Opioidwirkungen wie chronischer Obstipation entgegen.

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Im Vergleich zu Patienten ohne Opioid-Therapie haben Patienten mit chronischen Schmerzen bei einer Therapie mit stark wirksamen Opioiden zehnmal häufiger eine Obstipation. Darauf hat Privatdozent Dr. Michael Überall aus Nürnberg bei der Einführungs-Pressekonferenz von Mundipharma in Berlin hingewiesen.

In einer Querschnittsbefragung der Deutschen Schmerzliga von 4613 Patienten mit einer Monotherapie mit Opioiden der WHO-Stufe III empfanden 70 Prozent ihre Lebensqualität als deutlich beeinträchtigt - unabhängig von der Darreichungsform, sagte Überall. Laxanzien könnten die Beschwerden lindern, aber nicht ganz beseitigen.

"Ein Opioid, das schmerzhemmend wirkt, aber nichts am Magen-Darmtrakt macht, kann es nicht geben", fügte Dr. Gerhard Müller-Schwefe aus Göppingen hinzu. Denn zentrale und periphere Wirkungen werden über die gleichen spezifischen Opioidrezeptoren vermittelt.

Die fixe Kombination eines Stufe-III-Opioids mit einem nur prähepatisch-peripher wirkenden Opiat-Antagonisten wie Naloxon ist daher für den Präsidenten der Deutschen Schmerzliga eine vereinfachte, mechanismenbasierte Schmerztherapie, die unerwünschte Opioid-Wirkungen berücksichtigt. Zusätzlich erspare dies jährliche Kosten für Laxanzien von 750 bis 1500 Euro pro Patient.

Das Präparat, das seit Anfang Oktober verfügbar ist, enthält Oxycodon und Naloxon im Verhältnis 2:1. Klinische Studien hätten belegt, daß es damit binnen einer Woche zu einer signifikanten Verbesserung der Darmfunktion sowie zu einer deutlichen Abnahme des Laxanzienbedarfs kommt, sagte Müller-Schwefe.

Wegen der retardierten oralen Form sowie der vollständigen Metabolisierung in der Leber wirke Naloxon nur peripher, ohne die zentrale Wirkung von Oxycodon zu beeinträchtigen, so der Schmerztherapeut.

Die Wirksamkeit und Verträglichkeit des Kombi-Präparates bewerteten Patienten in einer Phase-II-Studie mit über 70 Prozent als "sehr gut bis gut", mit Oxycodon als Monotherapie waren es 45 Prozent.

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