Direkt zum Inhaltsbereich

Neues Schulungsprogramm für die Bedürfnisse alter Diabetiker

HAMBURG (ple). Deutsche Diabetologen haben ein Schulungsprogramm entwickelt, das auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten alter Typ-2-Diabetiker abgestimmt ist. Der Erfolg dieser speziellen Schulung spiegelt sich in einer besseren Reduktion des HbA1c-Wertes und größerer Selbstständigkeit in der Diabetes-Therapie wider als mit einer Schulung für Junge.

Veröffentlicht:

Das Besondere an dem strukturierten Schulungsprogramm für geriatrische Patienten (SGS) ist, dass die Schulung "so einfach wie möglich und so detailliert wie nötig" ist, wie Dr. Andrej Zeyfang vom Bethesda-Krankenhaus in Stuttgart sagt. Er hat das Programm in einer Veranstaltung zum Diabetes-Kongress in Hamburg vorgestellt.

In die inzwischen abgeschlossene randomisierte Evaluationsstudie waren fast 200 Patienten im Alter von im Mittel 76 Jahren mit leichten kognitiven Einschränkungen aufgenommen worden. Mit dem Schulungsprogramm gelang es, den HbA1c-Wert stärker zu senken als mit dem auf jüngere Patienten abgestimmten Programm. In der SGS-Gruppe sei der Wert von 8,2 auf 7,7 Prozent innerhalb eines halben Jahres gesenkt worden, in der Vergleichsgruppe blieb er fast unverändert. Das hat Zeyfang auf der Veranstaltung des Unternehmens Berlin-Chemie berichtet. Das Unternehmen hat das von der Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Geriatrie der Deutschen Diabetes Gesellschaft entwickelte Programm unterstützt. 18 Kliniken und Praxen in zwölf Bundesländern haben an der Evaluationsstudie, die zur Publikation in "Diabetes Care" eingereicht worden ist, teilgenommen.

In dem SGS werden die Patienten bis zu sieben Mal jeweils 45 Minuten lang geschult. Es wird Basiswissen vermittelt, das sich leicht in die Praxis umsetzen lässt. Wert wird dabei auf sehr praktische Aspekte gelegt. Statt etwa einer genauen Mengenangabe wird von "einer Hand voll Nahrungsmittel" gesprochen und das dann auch in die Hand genommen. Auf für alte Menschen komplizierte Begriffe wie "BE" und "Kohlenhydrate" wird verzichtet. In den Gruppen mit maximal sechs Teilnehmern wird pro Schulungsstunde 15 Minuten lang zunächst das bisher erworbene Wissen wiederholt. Dann wird 15 Minuten lang Neues behutsam gelehrt und das dann in den letzten 15 Minuten wiederholt.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Dissens in Bezug auf Wirksamkeit

Wem oder wogegen helfen Probiotika?

Nur ein Übergangszustand

Metabolisch unauffällige Adipositas wohl nicht gutartig

Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: WAYPOINT-Studie: schnelle und signifikante Reduktion des SNOT-22-Scores über 52 Wochen

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [6]

Schwere, unkontrollierte CRSwNP

Wirkansatz an epithelialen Alarminen

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Abb. 1: Signalkaskade der kardiovaskulären Inflammation

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [9]

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Registerauswertung aus neun Bundesländern

Mehr Darmkrebs-Neudiagnosen bei Jüngeren in Deutschland

Tipps von hausärztlichen Anwendern

Wenn Kollege KI in der Arztpraxis „assistiert“

Lesetipps
Hausarzt Florian Vorderwülbecke mit seiner Tasche

© Vincenz Vorderwülbecke

Auf Haus- und Heimbesuch

Die perfekte Hausbesuchstasche: Worauf Sie beim Packen achten können

Viel hilft viel? Die Studienlage zu Probiotika ist im besten Falle durchwachsen.

© Romario Ien / stock.adobe.com

Dissens in Bezug auf Wirksamkeit

Wem oder wogegen helfen Probiotika?

Ein Mann liegt regungslos auf dem Boden.

© Short World / Generated with AI / stock.adobe.com

DGIM 2026

Bewusstseinsstörungen: Der internistische Blick