Niedrige Werte für Blutzucker nicht um jeden Preis

NEU-ISENBURG (eis). Eine zu strenge Blutzuckereinstellung schadet vielen Typ-2-Diabetikern offenbar mehr als dass sie nützt. Dafür sprechen Daten einer Studie mit britischen Hausärzten.

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Nach neuen Studiendaten kann eine zu starke Blutzuckersenkung Diabetikern schaden. © Travelfish / fotolia.com

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Die zwischen 1986 und 2008 erhoben Daten stammen aus der UK General Research Database (Lancet 375, 2010, 481). Aus dem Datensatz wurden 27 965 Patienten ausgewählt, bei denen die orale antidiabetische Therapie um ein zweites orales Mittel intensiviert worden war und zudem 20 005 Patienten, die zur Insulintherapie wechselten. Nach den HbA1c-Werten wurden die Patienten in zehn Gruppen eingeteilt und die Sterberaten der Gruppen verglichen. Ergebnis: Am niedrigsten war die Sterberate bei HbA1c-Werten um 7,5 Prozent. Beim Zehntel der Patienten mit den höchsten HbA1c-Werten (über 9,9 Prozent) war die Rate um 79 Prozent höher. Beim Zehntel der Patienten mit den niedrigsten HbA1c-Werten (unter 6,7 Prozent) war die Sterberate auch höher, und zwar um 52 Prozent.

Vor allem Hypoglykämien werden als Ursache für die erhöhte Sterberate bei starker HbA1c-Senkung vermutet. Patienten sollten daher möglichst lange mit Antidiabetika behandelt werden, die kein Risiko für Unterzuckerungen bergen, so die Forscher. Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft rät je nach Diabetesdauer, Alter und Vorerkrankungen zu einer individuellen Einstellung der Blutzuckerwerte.

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Kommentare
Dr. Peter M. Schweikert 02.03.201009:28 Uhr

Hypoglykämien

Schon die kalifornische Studie aus dem letzten Jahr hat gezeigt, das schwere Hypos mit einem erhöhtem Alzheimerrisiko einhergehen. Es ist an der Zeit auf Sulfonylharnstoffe gänzlich zu verzichten und auch auf die Gabe von Mischinsulinen mit hohem Basalanteil Abends (30/70)sollte verzichtet werden.

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