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Niemand glaubte an Erfolg

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In den Protokollen heißt es schlicht "6LL3": das Lamm, das später als Dolly über Nacht weltberühmt wurde. "Niemand hatte so recht daran geglaubt, daß sich mit dem genetischen Material der Euterzelle von einem erwachsenen Schaf lebensfähiger Nachwuchs klonen lassen würde", erinnert sich Professor Angelika Schnieke, Leiterin der Abteilung Biotechnologie der Nutztiere an der TU München.

Schnieke war 1996, dem Jahr von Dollys Geburt, in der Forschungsabteilung von PPL Therapeutics in Edinburgh tätig. Die Firma machte Klonversuche gemeinsam mit dem Roslin-Institut und finanzierte sie. Schnieke ist Zweitautorin des Beitrags in "Nature" (385, 1997, 810), der Ian Wilmut zu Weltruhm verhalf. Und weil der Erfolg so überraschend kam, haben sich die Forscher offenbar kaum damit auseinandergesetzt, daß mit der Dolly-Methode der Menschheitstraum von Unsterblichkeit neu entfacht würde.

Es hatte damals einiger Überzeugungsarbeit bedurft, die Experimente, die zu Dolly führten, genehmigt zu bekommen, wie Schnieke sagt: "Niemand konnte sich vorstellen, daß es klappt." Und dann funktionierte es in der ersten Versuchsreihe, die Schnieke machte.

Sie arbeitete mit drei verschiedene Zell-Linien als Spender für das Erbmaterial von Klonschafen: Eine stammte aus Euterzellen eines Finn-Dorset-Mutterschafs, eine aus fetalen Fibroblasten der Rasse Black Welsh und eine aus embryonalen Zellen der Rasse Poll Dorset. Alle Zellen eigneten sich als Spender zum Klonen von Schafen, aber Dolly war die Sensation, weil sie der Beweis war, daß sich die Uhr der Ontogenese zurückdrehen läßt. (nsi)

Lesen Sie dazu auch: "Vater" von Dolly erhält Paul-Ehrlich-Preis Wie Dolly möglich wurde Über das Klonen von Menschen

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