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Nierenkrebs-Patienten profitieren von Multikinase-Hemmer

LEIPZIG (scho). Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzell-Ca haben seit kurzem mit Sorafenib eine neue Therapie-Option. Das Medikament ist ein Multikinase-Hemmer, mit dem die Patienten im Vergleich zur Behandlung mit einem Scheinpräparat signifikant länger leben.

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Nach Versagen einer Interleukin-/Interferon-Therapie ist die Behandlung mit Sorafenib (Nexavar®) der Behandlung mit Placebo deutlich überlegen. Das wurde schon in einer Phase-II-Studie mit 202 bereits behandelten Patienten mit einem Nierenzellkarzinom beobachtet. Privatdozent Dirk Strumberg vom Marienhospital Herne stellte die Studie bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie in Leipzig vor.

In dieser Studie kam es nach zwölf Wochen Therapie mit Sorafenib (400 mg zweimal täglich) bei 71 Prozent der Patienten zu einer Schrumpfung des Tumors oder zu einer Tumorstabilisierung. Insgesamt sei Sorafenib gut verträglich, so der Onkologe. Häufigere unerwünschte Wirkungen in der Studie seien Diarrhoe, Fatigue und Blutdruckanstieg gewesen. Diese Wirkungen seien aber alle gut beherrschbar. Die Lebensqualität war unter Sorafenib insgesamt besser als bei Patienten der Placebo-Gruppe.

Diese Studienresultate konnten in einer Placebo-kontrollierten Phase-III-Studie mit 903 bereits behandelten Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzell-Ca bestätigt werden. Professor Elke Jäger vom Krankenhaus Nordwest in Frankfurt / Main berichtete, daß Patienten der Sorafenib-Gruppe mit 5,5 Monaten signifikant länger ohne Fortschreiten der Erkrankung lebten als Patienten der Placebo-Gruppe (2,8 Monaten).

In der Sorafenib-Gruppe lebten zudem die Patienten im Vergleich zur Placebo-Gruppe um fast 39 Prozent länger, nämlich statt median nur etwa 16 Monate über 19 Monate. Ein Teil der Patienten der Placebo-Gruppe war nach einer Zwischenanalyse zur Verum-Gruppe gewechselt.

Derzeit läuft eine Phase-III-Studie, bei die Wirksamkeit von Sorafenib als Erstlinientherapie mit der von Interferon-alpha verglichen wird, wie es auf der von Bayer Vital unterstützten Veranstaltung hieß.



STICHWORT

Multikinase-Hemmer

Multikinase-Hemmer sind eine neue Substanzklasse in der Therapie bei malignen Tumoren. Sie greifen gezielt in mehrere molekulare Vorgänge in den Tumorzellen ein, die für deren Wachstum wichtig sind: Sie richten sich zum einem gegen mehrere am Zellwachstum beteiligte Enzyme (Raf-Kinasen), zum anderen gegen die tumorinduzierte Neoangiogenese. Auf diese Weise blockieren Multikinase-Hemmer sowohl das Wachstum der Tumorzellen (Tumorproliferation) als auch die Bildung neuer Blutgefäße, die Neo-Angiogenese. (scho)

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