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Schlechtes Zeichen

Normalgewicht bei Diabetes-Manifestation

Das Adipositas-Paradox ist bei Bluthochdruck bekannt. Aber auch bei Typ-2-Diabetes gibt es das Phänomen, wie eine Studie jetzt ergeben hat: Normalgewicht bei Manifestation bedeutet erhöhtes Sterberisiko.

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Trotz Bäuchlein: Bei Normalgewicht und eine manifesten Diabetes ist das Gesamtüberleben kürzer.

Trotz Bäuchlein: Bei Normalgewicht und eine manifesten Diabetes ist das Gesamtüberleben kürzer.

© Sven_Vietense / fotolia.com

CHICAGO (BS). Die vergleichsweise schlechte Prognose schlanker Neu-Diabetiker ist US-Forschern um Dr. Mercedes Carnethon von der Northwestern University in Chicago bei der Auswertung von fünf Kohortenstudien aufgefallen (JAMA 2012; 308: 581).

Darin waren 2565 neu diagnostizierte Patienten mit Typ-2-Diabetes durchschnittlich zehn Jahre und maximal 15 Jahre lang beobachtet worden.

Die Studienteilnehmer waren 41 bis 76 Jahre alt und ohne kardiovaskuläre Erkrankungen. 293 Patienten (11 Prozent) hatten zum Zeitpunkt der Diagnose Normalgewicht (BMI 18,5 bis 25).

Während der Studie starben 449 Teilnehmer, davon 178 an kardiovaskulären Ursachen. Patienten mit normalem BMI beim Diagnosezeitpunkt hatten eine deutlich höhere Sterberate als Übergewichtige (285 versus 152 Todesfälle pro 10.000 Personenjahre).

Auch nach Berücksichtigung von Geschlecht, Alter und kardiovaskulären Risikofaktoren inklusive Raucherstatus und Taillenumfang blieb diese Korrelation erhalten: Für die schlanken Neu-Diabetiker ergab sich eine gut doppelt so hohe Mortalität jeglicher Ursache wie auch nicht-kardiovaskulärer Ursache.

Die kardiovaskulär bedingte Sterberate schlanker Neu-Diabetiker war zwar ebenfalls erhöht, der Unterschied war allerdings nicht signifikant.

Warum schlanke Patienten mit neu-manifestiertem Diabetes schlechter dran sind als dicke Patienten, ist unklar.

Der Phänotyp des metabolisch adipösen, aber ansonsten normalgewichtigen Patienten (metabolically obese normal weight, MONW) tritt zwar immer häufiger auf, ist aber relativ wenig untersucht.

Studien legen nahe, dass diese Patienten ein anderes genetisches Profil besitzen als übergewichtige oder adipöse Diabetiker. Möglicherweise sind diese genetischen Varianten auch mit anderen Krankheiten und einer höheren Mortalität assoziiert, spekulieren die Forscher.

Es müsse aber auch nach Unterschieden bei Entzündungsprozessen, Verteilung des Fettgewebes, atherosklerotischen Veränderungen oder bei der Betazellfunktion als Ursache für die höhere Sterberate geforscht werden.

Die Studienergebnisse seien ein "Weckruf" für ein besseres Diabetes-Management, kommentieren Dr. Hermes Florez und Dr. Sumaya Castillo-Flores von der Universität von Miami (JAMA 2012; 308: 619).

Das gelte besonders für neu diagnostizierte Diabetiker vom MONW-Typ, "die sich vielleicht in falscher Sicherheit wiegen, weil sie nicht übergewichtig sind".

Bei den Lebensstiländerungen müsse bei ihnen wahrscheinlich die Erhöhung der körperlichen Aktivität im Vordergrund stehen. "Eine geringe kardiorespiratorische Fitness und körperliche Inaktivität sind möglicherweise ein größeres Gesundheitsrisiko als eine Adipositas."

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