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Obst treibt Spermien an

Männer aufgepasst: Wer darauf achtet, was bei sich auf den Tisch kommt, kann dadurch offenbar seine Spermien verbessern, behaupten US-Forscher. Haben Männer Kinder im Kopf, sollten sie von gewissen Nahrungsmitteln nicht die Finger lassen.

Von Thomas Müller Veröffentlicht:
Mit Obst tut man(n) seinen Spermien etwas Gutes.

Mit Obst tut man(n) seinen Spermien etwas Gutes.

© Getty Images / photos.com

Orlando. Die Ernährung scheint einen großen Einfluss auf die Qualität des Spermas zu haben - darauf deutet eine ganze Reihe von Studien, die jetzt bei einem Kongress von Reproduktionsmedizinern in Orlando in Florida vorgestellt worden ist.

Qualität der Spermien bei 188 jungen Männern geprüft

In einer der Untersuchungen hat ein Team um Dr. Audrey Gaskins aus Boston die Qualität der Spermien bei 188 jungen Männern geprüft und mit Angaben zu ihrer Ernährung verglichen (Fertility and Sterility 2011; 90 Suppl O-27).

Sie definierten dabei zwei Ernährungsweisen: einmal eine "westliche" Ernährung mit viel rotem Fleisch, Wurst, Pizza, Snacks, Weißmehl, Zucker und Limonade, einmal eine "umsichtige" Ernährung mit viel Fisch, Obst, Gemüse und Vollkornprodukten.

Motilität der Spermien besser bei "umsichtiger" Ernährung

Das Ergebnis: Männer, die sich besonders stark an die westliche Diät hielten, hatten zwar eine höhere Spermienkonzentration als andere, das lag aber offenbar vor allem an der höheren Kalorienzahl. Wurde diese berücksichtigt, gab es keine signifikanten Unterschiede mehr.

Dagegen war die Motilität der Spermien in der Gruppe der Männer, die sich besonders stark an die umsichtige Diät hielten, auch dann besser, wenn der Energiegehalt der Ernährung berücksichtigt wurde.

So waren in dem Quartil der Männer mit der besten Adhärenz zu dieser Ernährung 63 Prozent der Spermien beweglich, aber nur 56 Prozent in dem Quartil der Männer, die sich am wenigsten an die gesunde Ernährung hielten.

Gesunde Ernährung enthält weniger Transfettsäuren

Eine Erklärung dafür könnte sein, dass eine gesunde Ernährung weniger Transfettsäuren enthält. Diese sind vor allem in industriell stark verarbeiteten und erhitzten Produkten vorhanden, bei denen gehärtete Fette verwendet werden.

Hohe Konzentrationen können demnach etwa in Pommes, Kartoffelchips, Keksen, Tütensuppen, Kuchen und Tiefkühlpizza auftreten.

In einer Untersuchung bei 23 Männern stellten Ärzte um Dr. Jorge Chavarro fest, dass die Männer mit dem geringsten Anteil an Transfettsäuren in ihrer Ernährung die höchste Spermienkonzentration aufwiesen: Sie lag bei 79 Millionen/ml. Dagegen war sie bei den Männern mit dem höchsten Transfettsäuregehalt in der Nahrung mit 48 Millionen/ml deutlich geringer (Fertility and Sterility 2011; 90 Suppl O-48).

Kein Zusammenhang zwischen Vitaminen und Spermienqualität

Durch die kleine Teilnehmerzahl in der Studie lassen sich jedoch noch keine weit reichenden Schlüsse ziehen, auch lag in den Studien in allen Gruppen die Spermienqualität im Normbereich.

Eine weitere Studie prüfte schließlich den Einfluss von Vitaminen auf die Spermienqualität. Teilnehmer waren 99 Männer, die aufgrund von Fruchtbarkeitsproblemen ihr Sperma untersuchen ließen. Sie wurden zu ihrer Ernährung und Vitamin-Supplementierung befragt.

Dabei ergab sich kein Zusammenhang zwischen Vitaminen, die über die Nahrung aufgenommen wurden, und der Spermienqualität. Bei Männern, die Vitamin A über Pillen konsumierten, waren jedoch Motilität und Morphologie signifikant schlechter als bei anderen Männern (Fertility and Sterility 2011; 90 Suppl P-195).

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