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Phänomen "Handynacken"

Öfter mal abschalten!

Orthopäden warnen vor einem um sich greifenden Krankheitsbild: dem "Handynacken". Wer ständig den Kopf zum Smartphone beugt, schädigt auf Dauer die Halswirbelsäule. Mit diesen Tipps wird der Rücken entlastet.

Von Dr. Elke Oberhofer Veröffentlicht:
Ist der Blick ständig aufs Smartphone geneigt, kann das Probleme mit Halswirbelsäule und Rücken auslösen, warnen Experten.

Ist der Blick ständig aufs Smartphone geneigt, kann das Probleme mit Halswirbelsäule und Rücken auslösen, warnen Experten.

© Scott Griessel / iStock / Thinkstock

BERLIN. Der Kopf eines erwachsenen Menschen wiegt zwischen vier und sechs Kilogramm. Neigt man beim Blick auf das Handy-Display das Haupt nach vorn, wirken Kräfte auf die Rückenmuskulatur, die umso stärker sind, je größer der Neigungswinkel ist.

Wie die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie mitteilt, entspricht eine Neigung von 15 Grad zusätzlichen 13 Kilo. Bei 45 Grad - so krumm macht sich ein Handynutzer, der sich tief über sein Gerät beugt, - sind es bereits über 20 Kilo mehr, die auf dem Rücken lasten. Das wäre so, als ob man einen Kasten Wasser schleppt.

Wer so eine Haltung oft und über längere Zeit einnimmt, etwa beim Lesen eines E-Books, aber auch beim stundenlangen Chatten, Filmeschauen oder Gamen, strapaziert damit nicht nur die Muskeln, sondern auch Sehnen und Bandscheiben, warnt die Fachgesellschaft.

Dauerhafte Verspannungen und Schonhaltung

Dies könne zu dauerhaften Muskelverhärtungen und einer Schonhaltung führen. Schmerzen im Schulter-Nacken-Bereich, Kopfschmerzen und Verschleißerscheinungen seien die Folge.

Wie der New Yorker Wirbelsäulenchirurg Kenneth K. Hansraj festgestellt hat, kommen viele Nutzer auf täglich vier Stunden und mehr am Smartphone oder Tablet. Zur Vermeidung von Überlastungserscheinungen bei solchen Langzeit-Usern haben die Experten folgende Tipps parat:

  • Regelmäßig Pausen einlegen
  • Zwischendurch immer wieder Lockerungsübungen machen
  • Das Gerät näher vors Gesicht bringen
  • Lieber die Augen senken als den Kopf
  • Immer wieder die Haltung überprüfen und diese ggf. korrigieren

Smartphones wiegen wenig; hier fällt es leicht, das Gerät höher zu halten, ohne in den Armen zu verkrampfen. Die schwereren Tablets werden dagegen oft auf den Knien oder auf dem Tisch abgestellt; damit sinkt der Kopf dann tendenziell tiefer.

Generell raten die Experten, den Rücken durch Sport zu stärken. Mindestens ein- bis zweimal pro Woche Schwimmen (dabei sollte man lieber Kraulen statt Brustschwimmen), Pilates, Walking oder Yoga seien ideal. Die einfachste Alternative wird jedoch oft vergessen: Öfter mal das Handy abschalten.

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