Direkt zum Inhaltsbereich

Östrogene sorgen für das metabolische Gleichgewicht

DÜSSELDORF (grue). Der Mangel an Östrogenen nach der Menopause begünstigt bei prädisponierten Frauen die Entwicklung eines metabolischen Syndroms. Frauen mit Typ-2-Diabetes, die eine Hormonersatztherapie (HRT) benötigen, profitieren offenbar von einer transdermalen Behandlung.

Veröffentlicht:

Auf die Besonderheiten des metabolischen Syndroms in der Menopause, das von einigen Experten als eigenständige Krankheit angesehen wird, hat Professor Joseph Neulen aus Aachen bei einer Veranstaltung des Unternehmens Dr. Kade/Besins in Düsseldorf hingewiesen. Das metabolische Syndrom berge für Frauen ein höheres kardiovaskuläres Risiko als für Männer, so Neulen.

"In der Postmenopause herrscht ein Östrogenmangel, während Androgene meist noch für mehrere Jahre in größerem Umfang produziert werden". Der relative Überschuss an Androgenen steigere das Risiko für Herzerkrankungen und beschleunige bei übergewichtigen Frauen die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes. Dem wirkt nach Angaben von Neulen eine Hormonersatztherapie (HRT) entgegen.

HRT transdermal ist wirkungsvoller als HRT per os.

So konnte gezeigt werden, dass bei Frauen mit koronarer Herzerkrankung das Diabetesrisiko mit einer HRT um 35 Prozent gesenkt werden kann. In einer anderen Untersuchung mit bereits an Diabetes erkrankten Frauen führte eine Hormontherapie - mit oder ohne Gestagenen - unabhängig von anderen Faktoren zu einer Senkung des HbA 1c und somit zu einer Verbesserung des Glukosemetabolismus.

Dabei sei für Frauen mit Typ-2Diabetes eine transdermale HRT wirkungsvoller als eine orale Hormonapplikation, so Neulen. Transdermales Östrogen (Gynokadin® Dosiergel) sei weitgehend stoffwechselneutral und könne gut mit mikronisiertem Progesteron kombiniert werden, das ebenfalls kaum in den Zucker- und Lipidstoffwechsel eingreift.

Eine in Zusammenhang mit Übergewicht und metabolischem Syndrom diagnostizierte Hypertonie wird durch eine HRT entweder nicht beeinflusst oder scheint sich zu bessern. Nach Neulen unterstützen Östrogene die Wirkung blutdrucksenkender Arzneien und regulieren die zirkadiane Rhythmik des Blutdrucks. In einer Studie führte die transdermale Östrogensubstitution zu einer tendenziellen Blutdrucksenkung.

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Opioid-induzierte Obstipation

Paradigmenwechsel in der Behandlung: Vom Stuhl zum Nervensystem

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Grünenthal GmbH, Aachen
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Pflichten, Abrechnung und Angehörigenwünsche

Worauf es bei der ärztlichen Leichenschau ankommt

Lesetipps
Eine Frau fasst sich mit den Händen an den Kopf.

© Graphicroyalty / stock.adobe.com

Mentale Gesundheit gestärkt

Mit einem Fünf-Tages-Programm gegen chronischen Kopfschmerz

Ein Kind trinkt einen exotischen Drink mit einem Strohhalm aus der ausgehöhlten Frucht.

© Natallia / stock.adobe.com

Exotisches Streetfood

Reisediarrhö: „Durchgegart“ muss nicht viel heißen