KHK / Herzinfarkt

Omega-3-Fettsäuren senken Reinfarkt-Rate

FRANKFURT AM MAIN (hbr). Omega-3-Fettsäuren tragen dazu bei, erneute Herzinfarkte zu verhindern. Die lebensverlängernde Wirkung setzt zudem ausgesprochen rasch ein. Der Nachweis wurde in der GISSI-Präventionsstudie erbracht.

Veröffentlicht: 10.04.2007, 08:00 Uhr

"Wir müssen zur Sekundärprävention nach einem Herzinfarkt Substanzen einsetzen, die den Patienten schnell schützen", sagt Professor Dietrich Strödter. Für Omega-3-Fettsäuren (Zodin®) ist dieser Nutzen innerhalb der ersten drei bis vier Monate belegt. Die GISSI-Studie schloss über 11 000 Patienten spätestens drei Monate nach einem Infarkt ein. Das Ergebnis: Mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren haben bei diesen Patienten eine lebensverlängernde Wirkung, die rasch einsetzt.

Die Beobachtungsdauer betrug im Mittel 3,5 Jahre. Verglichen wurden Patienten mit und ohne tägliche Einnahme von 1 g Omega-3-Säurenethylester 90. Die Kapseln enthielten Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) in konzentrierter Form und wurden zusätzlich zu einer zeitgemäßen Sekundärprävention gegeben. Diese konnte ASS, einen ACE-Hemmer, AT1-Antagonisten, Betablocker oder ein Statin enthalten. Die Basisversorgung der Probanden war also bereits gut. Trotzdem ergab die Auswertung deutliche, additive Vorteile für diejenigen Patienten, die Omega-3-Fettsäuren einnahmen: Sie erreichten den kombinierten primären Endpunkt aus Tod, nicht-tödlichem Herzinfarkt und Schlaganfall um 15 Prozent seltener. Und: Der akute Herztod trat bereits nach viermonatiger Behandlung nur halb so häufig auf. Die Gesamtsterberate sank um ein Fünftel, sie fiel schon nach drei Monaten um 41 Prozent niedriger aus. Alle Unterschiede waren signifikant.

So schnelle Effekte sind für Sekundärpräventiva ziemlich einmalig, wie Strödter bei einer Veranstaltung von Trommsdorf in Frankfurt am Main berichtete. Omega-3-Fettsäuren können also eine Lücke schließen, die gerade in der ersten Postinfarkt-Phase besteht, so der Kardiologe von der Uniklinik Gießen. Denn die Patienten sind in der frühen Zeit nach dem Myokardinfarkt für kardiovaskuläre Ereignisse besonders anfällig. So ist das Risiko für akuten Herztod im ersten Postinfarktjahr dreimal so hoch wie nach drei Jahren. Strödter plädiert deshalb dafür, Omega-3-Fettsäuren stärker in die Sekundärprävention nach dem Herzinfarkt einzubinden.

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