Direkt zum Inhaltsbereich

Opioid plus Gabapentin lindern Neuropathieschmerz

KINGSTON (run). Bei Patienten mit neuropathischen Schmerzen wird bekanntlich die Anwendung von Analgetika plus einem Co-Analgetikum empfohlen. Daß eine solche Kombination bestehend aus einem Opioid plus Gabapentin erfolgreich die Beschwerden mindert, haben nun kanadische Wissenschaftler in einer kleinen kontrollierten Studie nachgewiesen.

Veröffentlicht:

An der Studie haben insgesamt 57 Patienten teilgenommen - 35 mit diabetischer Neuropathie und 22 mit postherpetischer Neuralgie. Ihre Schmerzintensität betrug zu Therapiebeginn durchschnittlich 5,7 auf einer Skala von 0 (kein Schmerz) bis 10 (stärkster Schmerz).

Sie wurden in vier Gruppen aufgeteilt und verblindet behandelt, entweder mit retardiertem Morphin (bis 120 mg/Tag) oder Gabapentin (bis 3200 mg/Tag) oder mit einer Kombination beider Substanzen (bis 60 mg/2400 mg) oder mit Lorazepam in sehr niedriger Dosierung (bis 1,6 mg).

Das Benzodiazepin fungierte als aktives Placebo, das nicht analgetisch, aber leicht sedierend wirkt, und so eine effektive Verblindung ermöglicht.

Die Medikation wurde vier Wochen lang eingenommen, dann erfolgte eine Auswasch-Phase, gefolgt von einem neuen Zyklus in einem anderen Studienarm (NEJM 2005, 352, 1324).

Die Auswertung der Daten - 41 Patienten hatten alle Therapiearme durchlaufen - ergab, daß mit der Kombination aus Opioid und Neuroleptikum die beste Schmerzlinderung erzielt wurde. Auf der Schmerzskala wurde ein mittlerer Wert von 3 erreicht, verglichen mit 3,7 mit Morphin, 4,1 mit Gabapentin, und 4,5 mit Placebo. Der Unterschied der Kombination zu Placebo - eine 20 Prozent stärkere Schmerzreduktion - war dabei statistisch signifikant.

Die Kombination wirkte sich im Vergleich zur Mono- oder Placebotherapie auch am besten auf die Lebensqualität (Vitalität und soziale Aktivitäten) der Patienten aus. Diese wurde mit dem SF-36 Health Survey erfaßt. Bis auf etwas mehr Obstipationen, Mundtrockenheit und leichte Sedation bei Morphin plus Gabapentin waren die Behandlungen bei maximaler Dosierung ähnlich verträglich.

Die kanadischen Wissenschaftler folgern aus ihren Studienresultaten, daß die Kombination aus Opioid plus Gabapentin wirksamer neuropathische Schmerzen lindert als die Behandlung mit den Einzelkomponenten, ohne daß sich unerwünschte Effekte wesentlich verstärken.

Mehr zum Thema

Genu varum mit medialer Arthrose

Tibiakopfumstellung oder Teilgelenkersatz: Ein Algorithmus weist den Weg

Rotatorenmanschetten-Anomalien

MRT-Befunde wohl nicht mit chronischen Schultersymptomen assoziiert

Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Abb. 2: Sekundärer Endpunkt der BOREAS-Studie: Veränderung der Lungenfunktion unter Dupilumab versus Placebo

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Typ-2-Inflammation bei COPD

Bessere Lungenfunktion und mehr Lebensqualität durch IL-4/-13-Hemmung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Berlin, und Regeneron GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Sechs Monate längeres Gesamtüberleben

Daraxonrasib beim Pankreaskarzinom: Besser als die Chemotherapie?

Medikalisierung und Desinformation

Wie Social Media elterliche Entscheidungen prägt

Lesetipps
Harnwegsinfekt bei einem Mann

© anut21ng Stock / stock.adobe.com

Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Urologie

Neue Klassifikation von Harnwegsinfektionen räumt mit Missverständnissen auf

Ein Säugling liegt auf dem Rücken auf einem Bett. Die Hände der Mutter streichen sachte über den Bauch des Kindes.

© Aurora Aesthetics / Generated with AI / Stock.adobe.com

Funktionelle gastrointestinale Störungen

Säuglingskoliken: Wie viel Schreien ist normal?