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Hartnäckiger Tumorschmerz

Opioidwechsel lohnt sich

Sprechen Patienten mit Tumorschmerzen auf ein oral verabreichtes Opioid nicht gut an, dann lohnt sich der Wechsel auf ein anderes: Bei der Hälfte bis zwei Drittel der Nonresponder lassen sich die Schmerzen dann ausreichend lindern.

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Etwa jeder dritte Tumorpatient spricht auf ein oral verabreichtes Opioid nicht gut an.

Etwa jeder dritte Tumorpatient spricht auf ein oral verabreichtes Opioid nicht gut an.

© Stockbyte/photos.com

LONDON. Etwa 30 Prozent der Patienten mit Tumorschmerzen sprechen auf eine orale Therapie mit Morphin nicht ausreichend an. In der Praxis wird dann oft auf ein anderes Opioid umgestellt.

Allerdings gibt es bislang nur wenige valide Daten, wie erfolgreich der Therapiewechsel bei den Nonrespondern ist. Auch bei einer Primärtherapie mit Oxycodon und Hydromorphon spricht ein gewisser Teil der Patienten nicht an, was eine Umstellung nötig macht, berichten Palliativmediziner um Julia Riley vom Royal Marsden NHS Foundation Trust in London (J Pain Sympt Management 2014; online 26. Juni).

In einer offenen, randomisierten Studie mit 200 Teilnehmern haben die Ärzte nun geschaut, wie viele Patienten tatsächlich von einem Opioidwechsel profitieren und welche Strategie dabei am besten ist. Jeweils der Hälfte der Patienten wurde Morphin als erstes Opioid gegen starke Tumorschmerzen angeboten, den übrigen Oxycodon.

Bei allen Patienten steigerten die Ärzte die Dosis, bis sich die Schmerzen gut kontrollieren ließen oder schwere Nebenwirkungen auftraten. Als Nonresponder galten Patienten, bei denen trotz Dosissteigerung die Schmerzen nicht ausreichend unterdrückt wurden oder bei denen es zuvor zu unerträglichen Nebenwirkungen kam. Diese Patienten erhielten dann das jeweils andere Opioid.

Ansprechrate lag bei 62 Prozent

In der Morphin-Gruppe schlossen 85 Patienten die erste Therapiephase ab, davon hatten 61 auf die Therapie angesprochen, 24 nicht.

Die übrigen benötigten inzwischen ein parenterales Opioid, waren gestorben oder aus anderen Gründen ausgeschieden. Bezogen auf alle behandelten Patienten (Intention to Treat) berechneten die Forscher eine Ansprechrate von 62 Prozent.

In der Oxycodon-Gruppe konnten Daten von 80 Patienten ausgewertet werden, 67 hatten angesprochen, 13 nicht. Die Ansprechrate lag hier bei 67 Prozent, der Unterschied zu Morphin war aber nicht signifikant.

Von den 24 Patienten, die nicht auf Morphin ansprachen, akzeptierten 21 die Umstellung auf Oxycodon. Davon erzielten 11 nun eine gute Schmerzkontrolle, 5 nicht, weitere 5 schieden vorzeitig aus. Die Ansprechrate (11 von 21 Patienten) lag damit bei 52 Prozent.

Second line: Zwei Drittel spricht an

Von den 13 Oxycodon-Nonrespondern ließen sich 12 mit Morphin behandeln, davon sprachen 8 an, 2 nicht und 2 schieden aus. Daraus ergibt sich eine Ansprechrate auf die Second- line-Therapie von 67 Prozent, doch auch hier war der Unterschied zur anderen Gruppe nicht signifikant.

In beiden Therapiearmen versagte die Primärtherapie bei den Nonrespondern nach etwa sieben Tagen - auch hier gab es also keine Unterschiede. Auf Schmerzskalen ließen sich zudem keine signifikanten Differenzen bei der Wirksamkeit in den beiden Gruppen feststellen, auch Art und Ausprägung der Nebenwirkungen waren sehr ähnlich. Bei den Therapiewechslern kam es vor der Umstellung vor allem zu Benommenheit, Übelkeit, Verwirrtheit und Halluzinationen.

Insgesamt, so Riley und Mitarbeiter, lassen sich aus der Studie drei wesentliche Schlüsse ziehen. Erstens: Was die Ansprechraten betrifft, macht es keinen Unterschied, ob man die Behandlung mit Morphin oder Oxycodon beginnt. Beide Substanzen scheinen zudem ähnlich gut gegen den Schmerz zu wirken.

Zweitens: Einzelne Patienten reagieren sehr unterschiedlich auf die jeweiligen Opioide. Drittens: Ein Wechsel des Opioids bei Nonrespondern funktioniert sehr gut. Die Ansprechraten sind dabei ähnlich hoch wie bei der Primärtherapie. (mut)

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