Orthopäden und Unfallchirurgen aktiv gegen Op-Fehler

Fehlervermeidung ist eines der großen Themen beim am Dienstagbeginnenden Kongress der Orthopäden und Unfallchirurgen. Denn neun von zehn Anträgen wegen ärztlicher Behandlungsfehler sind aus dem orthopädisch-unfallchirurgischen Bereich.

Veröffentlicht:
Checklisten und Fehlerberichtssysteme sollen Fehler im OP minimieren.

Checklisten und Fehlerberichtssysteme sollen Fehler im OP minimieren.

© astoria / fotolia.com

BERLIN (eb). Aktuelle Zahlen zeigen, dass die Zahl der Patienten wächst, die sich über medizinische Behandlungen beschwert. Neun der zehn häufigsten Diagnosen, die Betroffene veranlassen, einen Antrag auf ärztlichen Behandlungsfehler zu stellen, sind aus dem orthopädisch-unfallchirurgischen Bereich.

Orthopäden und Unfallchirurgen arbeiten deshalb seit Jahren intensiv daran mit, Risiken für Patienten zu minimieren und deren Zufriedenheit mit Behandlungsverfahren zu optimieren. Sicherheit für Patienten ist eines der Schwerpunktthemen des diesjährigen Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU).

In deutschen Krankenhäusern sei die Kommunikation zu Fehlern und Beinahe-Fehlern transparenter geworden, heißt es in einer Mitteilung zum Kongress. Eine der Folgen: Patienten beschweren sich häufiger, wenn sie der Meinung sind, etwas ist falsch gelaufen. "Die erhöhte Sensibilität und Ermutigung zur Fehlermeldung ist auch bei Ärzten und medizinischem Personal vorhanden", sagt Dr. Daniel Frank, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie (DGOOC).

Es wurden bereits viele Verfahren in den täglichen Ablauf einer Klinik eingebaut, die die Abläufe sicherer machen sollen. Dazu gehören Checklisten, gemeinsame Analysen von Zwischenfällen sowie Trainingsprogramme, die gezielt auf chirurgische Eingriffe oder die Versorgung schwerverletzter Menschen unter Zeitdruck vorbereiten.

Eine chirurgische Checkliste verlangt etwa, dass der Chirurg den Patienten nach seinem Namen fragt und sich das Op-Team untereinander einzeln vorstellt, um sicher zu gehen, dass alle Beteiligten beim richtigen Eingriff dabei sind. Im Team soll vor dem Eingriff über mögliche Komplikationen während der Op gesprochen werden. Nicht zuletzt müssen alle medizinischen Instrumente vorher und nachher abgezählt sein. So wird sichergestellt, dass kein Fremdgegenstand im Patienten verbleibt.

Das sogenannte CIRS (Critical Incident Reporting System) ist ein Verfahren, in dem kritische Zwischenfälle im Nachgang analysiert werden, um Risiken künftig auszuschließen. Fehlerberichts- und Lernsysteme können auch online abgerufen werden. Ärzte haben dort die Möglichkeit, sich gezielt nach Fallbeispielen zu informieren oder eigene Missgeschicke zu berichten. Kliniken, die so ein Risikomanagement eingeführt haben, berichten von positiven Rückmeldungen von Patienten und sogar von einem Wettbewerbsvorteil.

"Wir arbeiten jedoch darauf hin, dass alle orthopädisch-unfallchirurgischen Einrichtungen Sicherungssysteme einbauen", betont Frank. Mehrere Kongressveranstaltungen informieren deshalb, was sich in den vergangenen Jahren bewährt hat und jede Klinik heute tun sollte.

www.orthopaedie-unfallchirurgie.de

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Interview mit Physiotherapeutin

Bewegung bei Nackenschmerzen: Welcher Sport ist der richtige?

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Tab. 1: Verbesserung wichtiger Endpunkte nach 24-wöchiger randomisierter Behandlung mit Vimseltinib vs. Placebo (MOTION-Studie)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1]

Tenosynoviale Riesenzelltumoren

Erste zugelassene systemische Therapie zeigt überzeugende Langzeiteffekte

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Deciphera Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Robert Koch-Institut

Impfkalender für 2026: Die Neuerungen im Überblick

Medizinische Rehabilitation

Wie Ärzte beim beim Reha-Antrag unterstützen können

Lesetipps
Diabetespatientin spritzt sich Insulin mit Insulinpen

© Goffkein / stock.adobe.com

Wenig bekannte Insulinkomplikation

Vorsicht bei Insulininjektionen: Nicht immer dieselbe Stelle nehmen

Eine kalorienarme, pflanzenbasierte Kost für mehrere Tage am Stück pro Monat kann Patienten und Patientinnen mit Morbus Crohn bei der Remission helfen.

© rh2010 / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Morbus Crohn: In nur fünf Tagen per Diät zur Remission?