Krebskongress 2016

P4-Medizin eröffnet große Chancen

Der Deutsche Krebskongress 2016 hat das Motto: "Krebsmedizin heute: präventiv, personalisiert, präzise und partizipativ". Was verbirgt sich hinter dem Motto, welche Intentionen sind damit verknüpft?

Veröffentlicht: 16.12.2015, 09:39 Uhr

BERLIN. Vor einigen Jahren prägte der amerikanische Biologe Leroy Hood den Begriff der P4-Medizin. Sie ist eine strategische Vision, um Patienten besser zu behandeln.

In leichter Abwandlung - durch Kombination mit dem Begriff Präzisionsmedizin - wurden für den Deutschen Krebskongress 2016 die 4Ps als Motto aufgegriffen: "Krebsmedizin heute: präventiv, personalisiert, präzise und partizipativ".

"Ich denke, vieles dieser vier Ps ist bereits in den Köpfen, wenn auch vielleicht nicht in dieser kombinierten Form", so Professor Angelika Eggert von der Charité Berlin, die Präsidentin des Krebskongresses 2016.

Aber die einzelnen Inhalte seien in der Onkologie gut bekannt, etwa die personalisierte Medizin. Außerdem sei auch die Partizipation ein geläufiger Begriff, also den Patienten in Entscheidungsprozesse mit einzubeziehen, ihn als mündigen Partner auf Augenhöhe zu empfinden und gemeinsam zu einer Entscheidung zu kommen, und auch über Prävention diskutierten Onkologen bereits sehr lange, so Eggert zu "Springer Medizin".

Auf der Suche nach einem Begriff

"Den Begriff ,präzise‘ habe ich abgewandelt", erklärt die Kongresspräsidentin weiter, "hier heißt es im Original ,predictive‘, aber ich finde, dass dies in der Personalisierung bereits enthalten ist.

Ich wollte gerne einen Begriff finden, der signalisiert, dass sich Präzisionsmedizin nicht nur auf die Chemotherapie bezieht, sondern zunehmend auch auf die Strahlentherapie oder die Chirurgie.

Daher fand ich es wichtiger, den Begriff ,präzise‘ ins Motto zu nehmen und nicht ,predictive‘, was ja letztlich Teilaspekte der Personalisierung betont."

Die 4Ps definieren eine Reihe von Paradigmenwechseln in der Onkologie, die sich vollziehen oder anbahnen, heißt es in einer Mitteilung vorab zum Krebskongress 2016.

Sie eröffnen große Chancen und werfen zugleich komplexe Fragen auf. Beim Kongress werden Auswirkungen und Herausforderungen der 4Ps für Forschung, Wirtschaft, Versorgung, Politik und Öffentlichkeit diskutiert.

Kongress im CityCube Berlin

Der 32. Deutsche Krebskongress (DKK) vom 24. bis 27. Februar 2016 im CityCube Berlin wird wieder gemeinsam von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) und der Deutschen Krebshilfe ausgerichtet.

Von der onkologischen Chirurgie, der Radioonkologie und medizinischen Onkologie bis hin zur Palliativmedizin und Pflege sind nahezu alle Fachrichtungen vertreten, die bei der Versorgung Krebskranker zusammenwirken.

Neu ist der Schwerpunkt "Translationale Onkologie". Speziell für den klinischen Nachwuchs bietet der DKK 2016 vielfältige Möglichkeiten, um sich mit der eigenen wissenschaftlichen Arbeit zu präsentieren.

Beim Tag "Junge Medizin" können sich junge Ärzte über Karriereplanung und Fördermöglichkeiten für ihre wissenschaftliche Arbeit informieren.

Debüt auf dem DKK

Erstmals beim DKK vertreten sind auch die onkologisch tätigen Sozialarbeiter mit einem eigenen Programmangebot - die Arbeitsgemeinschaft Soziale Arbeit in der Onkologie (ASO) hat sich 2015 unter dem Dach der DKG gegründet.

Traditionsgemäß endet der Krebskongress mit dem Krebsaktionstag. Hier haben Patienten und Interessierte die Möglichkeit, sich in Vorträgen und im direkten Gespräch mit Experten zu informieren, mit Selbsthilfegruppen und Patientenorganisationen Kontakt aufzunehmen und Beratungsangebote kennenzulernen. (eb)

Infos, Programm und Anmeldung: www.dkk2016.de

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