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Patienten erwarten von Ballondilatation mehr als sie leisten kann

HOHENLOCKSTEDT(urm). Von einer Ballondilatation (PCI), gegebenenfalls mit anschließender Stentimplantation, erwarten sich Patienten deutlich mehr, als es die tatsächlichen Gegebenheiten zulassen.

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Was Patienten mit stabiler Angina pectoris von einer PCI tatsächlich erwarten, wurde in einer Untersuchung mit 498 Patienten abgefragt. Alle Patienten hatten sich kurz zuvor einer elektiven PCI unterzogen.

Die Ergebnisse hat Professor Peter Baumgart aus Münster bei einer Veranstaltung in Hohenlockstedt vorgestellt. Von den befragten Patienten glaubten 71 Prozent, durch diesen Eingriff vor einem Myokardinfarkt geschützt zu sein, 66 Prozent unterstellten eine dadurch bedingte Lebensverlängerung, und 42 Prozent hielten den Eingriff gar für lebensrettend. Betrachte man hingegen die für interventionelle Kardiologen ernüchternden Ergebnisse der Courage-Studie, so komme man zu anderen Schlüssen, so Baumgart bei einer von Pohl Boskamp unterstützten Veranstaltung.

42 Prozent halten Op für lebensrettend.

In der Courage-Studie wurde bei Koronarpatienten der Nutzen eines interventionellen Vorgehens mit initialer Revaskularisation im Vergleich zu einer leitliniengerechten Arznei-Therapie untersucht. Ein prognostischer Vorteil durch die PCI konnte in dieser Studie nicht gezeigt werden. Tatsächlich verliefen die Kurven für den primären Studienendpunkt - Tod und Myokardinfarkt - über sieben Jahre nahezu deckungsgleich.

Unabhängig von der Gruppenzuordnung sei ein Großteil der Patienten aufgrund von Angina-pectoris-Symptomen weiterhin auf eine zusätzliche antianginöse Therapie, etwa mit schnell wirkenden Nitraten, angewiesen gewesen. Nitroglycerin-Sprays wie Nitrolingual® leisten nach Einschätzung von Professor Christian Holubarsch aus Bad Krozingen auch dann wichtige Dienste, wenn es gilt, Patienten in der kardiologischen Rehabilitation an ein körperliches Trainingsprogramm heranzuführen. Die Kombination von Training und Nitropräparaten habe im koronaren Gefäßsystem positive Effekte auf die Endothelfunktion und die Kollateralgefäße, so Holubarsch.

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