Diabetes mellitus

Patienten schätzen Therapie mit Analoginsulin

ELTVILLE (hbr). Die Kombination aus Insulin glulisin und Insulin glargin verbessert bei insulinbehandelten Typ-1- und Typ-2-Diabetikern den HbA1c und die Therapiezufriedenheit. Das schnell wirkende Insulin glulisin kann dabei ohne Verlust an Einstellungsqualität auch nach dem Essen injiziert werden.

Veröffentlicht: 30.08.2006, 08:00 Uhr

Das belegen zwei Studien. An der ersten nahmen 30 adipöse Typ-2-Diabetiker mit einem Body Mass Index (BMI) von 35 kg/m² teil. Sie spritzten Insulin glulisin (Apidra®) als Mahlzeiten-Bolus vor oder erst nach dem Essen. Das Analoginsulin flutet besonders schnell an und bremst den postprandialen Glukoseanstieg.

Kein Zusammenhang zwischen BMI und Hormonwirkung

Insulin glulisin hat zudem bei adipösen Patienten den Vorteil, daß kein signifikanter Zusammenhang zwischen BMI und Wirkeintritt des Hormons besteht. Bei einigen anderen Bolusinsulinen dagegen dauere es mit steigendem Gewicht länger, bis das Insulin wirke, so Dr. Richard Daikeler bei einer Veranstaltung von Sanofi-Aventis in Eltville.

Die Teilnehmer prüften ihren Blutzucker vor und nach den Mahlzeiten. Das Ergebnis: Das Sieben-Punkte-Tagesprofil des Blutzuckers fiel mit beiden Injektionszeitpunkten praktisch identisch aus. Der Mittelwert lag bei postprandialer Injektion sogar etwas niedriger, so der Diabetologe aus Sinsheim. Insulin glulisin kann also ebenso effektiv vor und nach dem Essen injiziert werden.

Bei postprandialer Injektion ist der Patient aber flexibler, weil er seine Essensmenge nicht schon vor der Mahlzeit festlegen muß. Besonders in der Pflege alter Patienten ist das sicherer. Denn wenn sie weniger als erwartet oder gar nichts essen, kann eine präprandiale Injektion fatale Folgen haben.

Zudem können mit intensivierter Insulintherapie behandelte, schlecht kontrollierte Typ-1- und Typ-2-Patienten von der Umstellung auf eine Kombination aus Insulin glulisin mit dem 24-Stunden-Basalinsulin Insulin glargin (Lantus®) profitieren. Das ergab die Anwendungsstudie LADI mit 2818 Typ-2- und 687 Typ-1-Diabetikern.

Der mittlere HbA1c der Teilnehmer betrug zu Beginn der Untersuchung knapp über acht Prozent. Die per Fragebogen ermittelte Therapiezufriedenheit lag auf einer Skala von null (sehr unzufrieden) bis sechs (sehr zufrieden) bei eher mäßigen 3,0 Punkten für Typ-1-Patienten und 2,8 Punkten für Typ-2-Patienten.

Therapiezufriedenheit war nach sechs Monaten gestiegen

Sechs Monate nach der Umstellung waren die Patienten deutlich zufriedener mit ihrer Therapie: Der Wert betrug in beiden Gruppen 4,7 Punkte. Das ist ein Anstieg um 57 Prozent bei den Typ-1-Diabetikern und sogar um zwei Drittel bei den Typ-2-Diabetikern. Das spiegelt sich auch in der Einstellungsqualität: In beiden Gruppen sank der HbA1c um mehr als einen Prozentpunkt.

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