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Keine Sorge

Penis nach Prostatektomie nur vorübergehend verkürzt

Nach einer radikalen Prostatektomie ist die Penislänge verkürzt – aber nicht auf Dauer, wie Urologen herausgefunden haben. Den Grund dafür konnten sie mittels MRT belegen.

Dr. Robert BublakVon Dr. Robert Bublak Veröffentlicht:

KANAZAWA. Zu den Beschwerden, über die Männer mit lokalisiertem Prostatakrebs nach einer radikalen Prostatektomie klagen, gehört neben Inkontinenz und erektiler Dysfunktion auch die Verkürzung des Penis. Mehr als die Hälfte der zum Zwecke einer einschlägigen Studie befragten Männer hatte sich in dieser Richtung geäußert. Nicht selten bedeutet das für die Betroffenen eine Einbuße im Selbstwertgefühl.

Ergebnisse einer Studie an der Universitätsklinik von Kanazawa, unternommen von Yoshifumi Kadono und Kollegen, scheinen dazu angetan, dem gebeugten Selbst der Männer wieder aufzuhelfen. Zwei Jahre lang nahmen die japanischen Mediziner bei 102 Männern nach radikaler Prostataentfernung ohne Androgendeprivation oder Radiatio regelmäßig zehntelmillimetergenau Maß (BJU Int 2017, online 8. Februar). Und ja: Die Operation verkürzt den Penis. Doch die Einbuße ist nicht von Dauer – nach einem Jahr ist die ursprüngliche Länge wieder erreicht.

Das Maßnehmen erfolgte im flakziden Zustand und in maximaler Streckung, abgenommen wurde die Strecke vom pubopenilen Übergang bis zum distalen Ende der Glans. Der Zustand vor der Operation ergab im Mittel eine Länge von 117,2 mm. Zehn Tage nach der Operation war mit 97,3 mm der Tiefpunkt erreicht. Danach ging es wieder aufwärts. Nach zwölf Monaten erreichten die Messwerte im Schnitt 116,3 mm, was statistisch keinen Unterschied mehr zur Ausgangslänge bedeutete. Auch in den weiteren Messungen nach 18 und 24 Monaten blieb das alte Maß erhalten.

Den Grund für die Verkürzung nach der Operation wollen Kadono und Mitarbeiter auf den MRT-Aufnahmen erkannt haben, die präoperativ, etwa drei Tage nach Ziehen des Katheters und nach einem Jahr angefertigt worden waren. In den Aufnahmen bestimmten die Forscher jeweils den Abstand zwischen dem distalen Ende der Pars membranacea der Urethra am Bulbus des Penis und dem Beckenausgang. Dieser Abstand ist nach Entfernung der Prostata und Anlage der urethrovesikalen Anastomose verkürzt, der penile Bulbus wird in Richtung Blase gezogen, membranöse Harnröhre und urogenitales Diaphragma werden nach proximal angehoben.

Ein Jahr später ist der alte Abstand dann aber wiederhergestellt und der Penisbulbus fast in die ursprüngliche Position zurückgekehrt. Die japanischen Forscher vermuten, dass die Gewebestrukturen, welche die Blase nach proximal ziehen, mit der Zeit etwas nachgeben.

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