Influenza / Grippe

Per E-Mail der Grippe auf der Spur

Erkältet oder nicht? Wenn dies viele Bürger im GrippeWeb des Robert Koch-Instituts melden, hilft das den Forschern weiter.

Veröffentlicht: 27.09.2011, 13:39 Uhr

BERLIN (gvg). Mit dem GrippeWeb gibt es seit dem vergangenen März ein neues Grippe-Surveillance-Instrument des Robert Koch-Instituts (RKI), das sich explizit an die Bevölkerung richtet. Nach einem halben Jahr liegen jetzt erste Daten vor.

Bisher seien etwa 1400 Teilnehmer beim GrippeWeb registriert, sagte Privatdozent Walter Haas vom RKI. Die Teilnehmer erhalten wöchentlich eine E-Mail, in der sie gefragt werden, ob in der vergangenen Woche ein Atemwegsinfekt aufgetreten sei.

Erkältungen etwa dreimal häufiger wie grippeähnliche Erkrankungen

Wenn ja, dann gibt es einige weitere Fragen, mit denen grippeähnliche Krankheitsverläufe identifiziert werden sollen. Außerdem wird gefragt, ob ein Arzt aufgesucht wurde oder nicht.

Die bisher erhobenen Daten zeigen, dass die Hälfte aller registrierten Kinder in den Sommermonaten mindestens zwei akute respiratorische Infekte hatte. Über alle Teilnehmer gerechnet sind Erkältungen etwa dreimal häufiger als grippeähnliche Erkrankungen.

Bei Erkältungen geht nur jeder fünfte Betroffene zum Arzt

 Ob ein Arzt aufgesucht wird oder nicht, wird offenbar davon abhängig gemacht, wie schwer die Erkrankung ist. Bei Erkältungen geht nur jeder fünfte Betroffene zum Arzt. Bei grippeähnlichen Erkrankungen ist es immerhin jeder dritte.

Gerade mit Blick auf die bevorstehende Grippesaison bittet das RKI Ärzte, auf das GrippeWeb aufmerksam zu machen, um die Datengrundlage zu verbreitern.

Wenn genug Bürgerinnen und Bürger teilnähmen, könne sich das GrippeWeb zu einem wichtigen Baustein der Surveillance entwickeln, so Haas.

Informationen und Anmeldung: http://grippeweb.rki.de

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Kommentare
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Dr. Thomas Georg Schätzler

Alle Jahre wieder ...

... panische Grippe-Pandemie-Propheten bei WHO, Pharmaindustrie und RKI. Die Vernichtung abgelaufener Chargen von H1N1-Schweinegrippe-Impfdosen im Wert von 250 Millionen € ist noch nicht abgeschlossen; Bund und Länder hatten sich völlig verpeilt 50 Millionen Impfdosen aufschwatzen lassen.

Doch auch das neue "GrippeWeb" des Robert Koch-Instituts ist nichts anderes als die EDV-mäßig aufgepeppte bisherige Version der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI), welche die "gefühlte" Rate der Häufigkeit akuter respiratorischer Erkrankung und den Anteil von vermuteten oder validierten Influenzainfektionen erfassen sollte. Die angeblich jetzt neu gewonnene Erkenntnis, dass "Erkältungen etwa dreimal häufiger als grippeähnliche Erkrankungen" seien, verblüfft nur marginal. Befragungen zu subjektiver Wahrnehmung von Atemwegsinfekten vs. grippeähnlichen Symptomen haben ohne medizinisch fundierte Einschätzung keine relevante Sensitivität und Spezifität. Lohnt da noch eine Evaluation?

Es läuft doch eh'' auf die immer wieder gerne angeführte saisonale
"Übersterblichkeit" in den Wintermonaten hinaus. Ein mögliches Indiz, aber weder Kausalität, Signifikanz oder Evidenz für eine alleinige Influenzaverursachung.

Mf+kG, Dr. med. T. Schätzler, FAfAM


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