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Plädoyer für Angioplastie bei Patienten mit ST-Hebungsinfarkt

BARCELONA (ner). Patienten mit ST-Hebungsinfarkt (STEMI) bringt die perkutane Angioplastie (PCA) Vorteile: Noch nach Jahren haben sie eine insgesamt höhere Überlebens-Chance sowie weniger kardiovaskuläre Symptome als Patienten nach Thrombolyse.

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So starben in der Prague-2-Studie zehn Prozent der Patienten innerhalb eines Monats, die mit Streptokinase behandelt worden waren, aber nur 6,8 Prozent in der PCA-Gruppe. Das berichtete Dr. Petr Widimsky aus Prag beim Weltkardiologie-Kongreß in Barcelona. An der Studie hatten insgesamt 850 Patienten mit STEMI teilgenommen.

Die kombinierten Studienzielparameter Tod, Reinfarkt und Schlaganfall erreichten 15 Prozent der mit Streptokinase Behandelten. Das traf jedoch nur für acht Prozent derjenigen zu, die eine Angioplastie erhalten hatten.

Diese klinischen und Überlebensvorteile nahmen zwar in den folgenden fünf Jahren der Nachuntersuchungszeit nicht zu, sie blieben allerdings im Verhältnis erhalten, wie Widimsky berichtete. So waren etwa 24 Prozent der Patienten in der Thrombolyse-Gruppe gestorben und 21 Prozent in der PCA-Gruppe.

Reinfarkte waren nach Thrombolyse bei 20 Prozent und nach PCA bei 13 Prozent der Patienten aufgetreten, Schlaganfälle bei acht und fünf Prozent der Patienten. Diese Unterschiede waren allerdings nicht signifikant.

Dr. Anselm Kai Gitt aus Ludwigshafen forderte in einem Kommentar, endlich allen STEMI-Patienten in Europa die leitliniengerechte Behandlung mit primärer PCA zu ermöglichen. Dazu müßte es entsprechende Versorgungstrukturen geben. Derzeit würden europaweit lediglich 65 Prozent dieser Patienten überhaupt eine Reperfusionsbehandlung erhalten, davon nur 20 bis 25 Prozent eine primäre PCA (European Heart Survey).

Gitt lobte in Barcelona ausdrücklich den Aufbau eines landesweiten Netzwerks in Tschechien. Dadurch sei es möglich, jeden Bewohner des Landes bei STEMI innerhalb von durchschnittlich 48 Minuten mit perkutaner Angioplastie zu behandeln.

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