Schizophrenie

Praxisstudie ergibt Vorteile für Atypika bei Schizophrenie

BERLIN (grue). Eine große Praxisstudie bei Patienten mit Schizophrenie hat ergeben, daß die Compliance bei Patienten bei einer Monotherapie mit atypischen Antipsychotika deutlich besser ist als mit klassischen Antipsychotika. Die wenigsten Therapieabbrüche gab es mit Olanzapin und Clozapin.

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An der vom Unternehmen Lilly initiierten Anwendungsbeobachtung haben über 10 000 Patienten aus Europa teilgenommen, davon 3000 aus Deutschland. Die Patienten wurden mit einem einzelnen Antipsychotikum ambulant behandelt.

Sie waren entweder erstmals an Schizophrenie erkrankt oder mußten von einer anderen Medikation umgestellt werden. In der Studie erhielten 50 Prozent das atypische Antipsychotikum Olanzapin (Zyprexa®), etwa 40 Prozent andere Atypika und etwa zehn Prozent klassische Antipsychotika oral oder als Depot-Präparat.

Innerhalb von drei Jahren brachen im Mittel 42 Prozent der Patienten die Therapie ab. Mit klassischen Neuroleptika wie Haloperidol und verwandten Substanzen gab es sogar 66 Prozent Therapieabbrüche, mit Olanzapin und Clozapin waren es nur ::6 und 33 Prozent. "Remissionen mit mindestens sechs Monaten Beschwerdefreiheit wurden bei insgesamt zwei Drittel der Patienten erzielt", sagte Professor Dieter Naber aus Hamburg auf einer Veranstaltung von Lilly in Berlin. "Die höchste Remissionsrate und die niedrigste Rückfallrate gab es mit Olanzapin".

Bei den deutschen Teilnehmern der Untersuchung wurde auch geprüft, wie viele von ihnen unabhängig von der Medikation nach zwei Jahren in Remission waren und wie diese Remission aussah. Jeder zweite war zu diesem Zeitpunkt zwar frei von psychotischen Symptomen, aber weniger als ein Viertel der Patienten kamen auch alleine im Alltag zurecht, sagte Naber. Künftig sollten Remissionen auch unter diesem Gesichtspunkt beurteilt werden, da sich bei Schizophrenie die Lebensverhältnisse drastisch verändern, so der Psychiater.

Diesen Rückschluß erlaubt auch eine Befragung von 100 Angehörigen. Mehr als die Hälfte sagten, sie seien mehr als 20 Stunden pro Woche mit der Pflege ihres psychisch kranken Familienmitglieds beschäftigt.

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