Depressionen

Pulsgeber im Gehirn mildert Depressionen

BONN (ars). Seit einiger Zeit wird die Tiefe Hirnstimulation bei therapieresistenten Depressionen erprobt. Forscher aus Bonn haben nun mit Erfolg eine bisher nicht geprüfte Hirnregion gewählt: Sie reizen das Belohnungszentrum.

Veröffentlicht:

Die Gruppe um Professor Thomas Schläpfer hat den Hirnschrittmacher zwei Männern und einer Frau eingesetzt. Sie litten seit Jahren an schwerer Depression, die weder auf Medikamente, noch Elektrokonvulsion oder Psychotherapie ansprach. Als Ziel für die Elektroden wählten die Forscher den Nucleus accumbens. Dort entsteht nach guten Erfahrungen ein Gefühl der Freude.

"Der Schweregrad der Symptome ging nach der Im-plantation um die Hälfte zurück", so Schläpfer zur "Ärzte Zeitung". Erste Zeichen der Besserung waren bereits nach der Op zu beobachten. Zwei Wochen später waren die Werte auf der Hamilton-Depressionsskala (Höchstzahl 50) bei den drei Patienten von 43 auf 25 sowie von 35 auf 25 und 20 gesunken. Mit Positronenemissionstomografie waren Blutfluss- und Stoffwechseländerungen sichtbar.

Wurde der Pulsgeber abgestellt, stiegen die Werte wieder, wie doppelblinde Tests belegten. Schläpfer: "Bei einem Patienten verschlechterte sich der Zustand so, dass wir gleich wieder anschalteten." Die Tiefe Hirnstimulation wird bisher bei Parkinson, Tremor, Kopfschmerz und Bewegungsstörungen angewandt. Zur Depression gibt es erste Versuche, jedoch mit anderen Arealen als den N.accumbens (Neuropsychopharmacology doi: 10.1038/sj.npp.1301408).

Mehr zum Thema

DGSMP-Tagung

Online-Trauerhilfe: Hausärzte als Vermittler

Das könnte Sie auch interessieren
Johanniskraut: Eine vorteilhafte Option bei einer Depression

© Tania Soares | EyeEm

Corona und Depression

Johanniskraut: Eine vorteilhafte Option bei einer Depression

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Johanniskraut kann mehr als bisher angenommen

© koto-feja, LordRunar | iStock

So wirkt Johanniskraut

Johanniskraut kann mehr als bisher angenommen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Faktencheck: Johanniskrautextrakt vs. Citalopram

© ChristianChan | iStock

Depressionen behandeln

Faktencheck: Johanniskrautextrakt vs. Citalopram

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
In vielen Einrichtungen längst gefordert, das Einhalten der 3G-Regel. MEDI setzt sich dafür ein, dass auch Arztpraxen außerhalb von Notfällen die 3G-Regel anwenden können, in vielen Kliniken sei dies schon üblich.

© Sebastian Gollnow / dpa

Corona-Pandemie

MEDI fordert 3G in der Arztpraxis

Medizinstudent Heiner Averbeck.

© Porträt: Lukas Zähring | Hirn: grandeduc / stock.adobe.com

„ÄrzteTag“-Podcast

Haben Sie nach Ihrem Medizinstudium noch Lust auf Arzt, Herr Averbeck?

Impfung gegen Corona: Aufgrund aktueller Studiendaten rät das Kompetenznetz MS (KKNMS) bei allen MS-Patienten unabhängig von ihrer Immuntherapie zu einer COVID-19-Impfung.

© fotoak80 / stock.adobe.com

Aktuelle Studien

Corona-Impfung für Patienten mit Multipler Sklerose sicher