Geschlechterunterschied

Putzen schadet der Lunge ähnlich wie Rauchen

Schlechte Nachrichten für Sauberkeitsfans: Wer regelmäßig Reinigungsmittel benutzt, schadet seiner Lunge so, als ob man jahrelang raucht. Diesen Effekt fanden Forscher aber nur bei Frauen – doch sie haben dafür eine Erklärung.

Von Alexander Joppich Veröffentlicht: 16.02.2018, 13:09 Uhr
Putzen schadet der Lunge ähnlich wie Rauchen

Lieber auf Natur setzen? Chemische Reinigungsmittel können wohl der Lunge langfristig Schaden zufügen.

© contrastwerkstatt / stock.adobe.com

BERGEN. Die Wohnung sauber zu machen, kann einer Hausstauballergie vorbeugen. Doch regelmäßiges Reinigen kann auch eine schädliche Nebenwirkung haben: Einer Studie der Universität Bergen, Norwegen, nach, sind Frauen, die regelmäßig putzen oder beruflich reinigen, langfristig öfters von einem starken Abfall der Lungenfunktion betroffen. Die Daten wurden im American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine veröffentlicht.

Verglichen mit Frauen, die nicht putzten, fiel der Leistungsabfall beim Forced expiratory volume (FEV1) pro Jahr bei Frauen, die zu Hause sauber machten (FEV1=-22,1 ml versus -18,5 ml, p=0,01), höher aus. Professionelle Reinigungskräfte erlitten sogar einen noch höheren Leistungseinbruch der Lunge (-22,4 ml, p=0,03).

Dieses Ergebnis bestätigte sich auch bei der Forced vital capacity (FVC): Ohne Putztätigkeit betrug der Einbruch 8,8 ml pro Jahr, Hobby-Putzer litten unter einem Abfall von 13,1 ml (p=0,02) und Profi-Reinigungskräfte von 15,9 ml (p=0,02).

Warum nur bei Frauen?

"Der Effekt, den professionelles Reinigen auf die Lunge hat, war so, als ob eine Person rund 20 Packungsjahre geraucht hat", beschreiben die Autoren die Auswirkungen in der Studie. Bei Männern fanden sie dagegen keinen Unterschied zwischen regelmäßigen Putzern und Putzmuffeln – weder bei FEV1 noch bei FVC.

Das lag, den Forschern zufolge, wohl aber schlicht daran, dass sie nur 57 professionelle männliche Reinigungskräfte in der Datenbank hatten. Möglicherweise könnte der Auswirkungsunterschied aber auch daran liegen, dass Frauen schon bei geringerer Exposition mit Lungen-Schadstoffen stärker reagierten – so das Ergebnis anderer Studien (z. B. die von Silverman oder Foreman).

Die Studienpopulation enthielt 6230 Teilnehmer, die beim im Durchschnitt 34 Jahre alt waren, als die Studie begann. Sie wurden zwanzig Jahre lang nachverfolgt. Die Autoren geben einschränkend zu bedenken, dass die Studiendaten – neben der geringen Anzahl an männlichen Profireinigungskräften – zudem wenig Frauen enthielten, die nicht sauber machten.

Erheblicher Schaden für Reinigungsmittel

"Die Kernbotschaft dieser Studie ist, dass auf lange Sicht chemische Reinigungsmittel höchstwahrscheinlich der Lunge großen Schaden zufügen", fasst Erstautor Øistein Svanes in einer Meldung der American Thoracic Society zusammen. "Diese Chemikalien sind normalerweise sowieso unnötig; Microfaser-Tücher und Wasser reichen mehr als genug aus für die meisten Zwecke".

Svanes, Doktorand am Lehrstuhl Clinical Science der Universität Bergen, regte darüber hinaus in der Mitteilung an, Reinigungsmittel gesetzlich streng zu überwachen und die Hersteller dazu zu ermutigen, Putzmittel herzustellen, die nicht eingeatmet werden können.

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Kommentare
Otto von Braackenssieck

Statistischer Blödsinn.

Zitat:"Der Effekt, den professionelles Reinigen auf die Lunge hat, war so, als ob eine Person rund 20 Packungsjahre geraucht hat", beschreiben die Autoren die Auswirkungen in der Studie. Bei Männern fanden sie dagegen keinen Unterschied zwischen regelmäßigen Putzern und Putzmuffeln – weder bei FEV1 noch bei FVC." Die Vergleichung mit dem Rauchen ist wissenschaftlich völliger Blödsinn und bedeutet eher eine Gefahr für die epidemiologische Forschung.


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