Innere Medizin

RKI sieht noch Bedarf bei Masern-Impfung

DÜSSELDORF (skh). Die Impfquote für Masern ist in Deutschland gestiegen. Auch die Überwachung der Erkrankung ist seit Einführung der Meldepflicht 2001 effektiver geworden. Dennoch erkrankten in NRW im vergangenen Frühjahr 1720 Menschen an Masern. Daten dazu hat das Robert-Koch-Institut jetzt bei der Medica vorgestellt.

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Stationär mußten 263 Kinder behandelt werden. Fünf Kinder hatten als Komplikation eine Meningitis oder eine Enzephalitis, 41 eine Pneumonie und 39 eine Otitis media. "Das höchste Infektionsrisiko hatten ungeimpfte Schüler, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule fahren", berichtete Dr. Ole Wichmann vom RKI. Unter den Erkrankten waren 88 Prozent nicht geimpft.

Als Ursache dafür, daß die Kinder nicht geimpft waren, gaben acht Prozent an, ihr Hausarzt habe die Impfung nicht angeboten. Bei 27 Prozent soll der Hausarzt von der Impfung abgeraten haben. Von den Eltern der erkrankten Kinder hatten 37 Prozent es abgelehnt, ihre Kinder impfen zu lassen. Weitere 28 Prozent hatten es schlicht vergessen. Die Ablehnung der Impfung begründeten elf Prozent der Eltern mit ihrer Überzeugung, Masern seien "nicht schlimm", 42 Prozent befürchteten Impfkomplikationen, und 47 Prozent lehnten Impfungen generell ab.

Masernviren des gleichen Genotyps (D6) wie bei dem Ausbruch in Nordrhein-Westfalen waren 2005 in Bayern (279 Patienten) und Rußland aufgetreten. 2006 wurden zudem 24 Erkrankte aus Estland und 36  000 Erkrankte aus der Ukraine gemeldet.

Trotz gestiegener Impfquote sieht Wichmann weiter Defizite: Mit der derzeitigen Impfquote - zwei Drittel sind zweimal geimpft - sei die Eliminierung der Masern in Deutschland nicht zu erreichen. Auch weitere Ausbrüche ließen sich nicht verhindern, da viele ältere Kinder nicht geimpft seien. Außerdem gebe es keine bundesweit einheitlichen Empfehlungen zum Handeln bei Ausbrüchen.

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