Radfahren lindert Schizophrenie-Symptome

Sport gibt Schizophrenie-Patienten nicht nur mehr Antrieb, sondern vergrößert auch den Hippocampus.

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Könnte der Tipp zum Fahrrad-Ausflug womöglich bald zur Empfehlung bei Schizophrenie gehören?

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BERLIN (gvg). Körperliche Bewegung reduziert bei Patienten mit Schizophrenie Negativsymptome wie Gefühlsarmut, Antriebslosigkeit und Desinteresse. Sie hat auch einen messbaren Einfluss auf die Hirnstruktur.

"Wir wissen heute, dass das Gehirn auch bei Patienten mit psychischen Erkrankungen eine hohe Plastizität besitzt", hat Professor Peter Falkai von der Uni Göttingen berichtet.

Sport sei eine Möglichkeit, die Plastizität des Gehirns zu fördern. Der designierte Präsident des Psychiatrieverbands DGPPN plädierte bei der Eröffnung des diesjährigen DGPPN-Kongresses in Berlin deswegen für eine konsequente Integration von Bewegungsprogrammen in die Therapie.

Falkai hat diese Empfehlung selbst mit Daten untermauert. In einer kontrollierten Studie hat er Patienten mit langjähriger Schizophrenie entweder dreimal die Woche Radfahren oder aber Tischfußball spielen lassen.

Ergebnis: Das Volumen des bei vielen Schizophreniepatienten atrophischen Hippocampus legte in der Radfahrergruppe in drei Monaten um zwölf Prozent zu, während sich beim Tischfußball nichts tat.

"Schizophrene Patienten mit ausgeprägter Negativsymptomatik dazu zu bringen, Sport zu machen, ist natürlich nicht einfach", so Falkai. Sport sei deswegen auch nur Teil eines Gesamtkonzepts. "Wir müssen uns aber darum bemühen. Viele Patienten bedanken sich später, dass wir sie zu körperlicher Bewegung fast gezwungen haben."

Lesen Sie dazu auch: Größte Psychiatrietagung Europas in Berlin gestartet

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