Radiatio bei COPD plus Lungen-Ca

BERLIN (eb). Leiden Menschen mit Lungenkrebs zusätzlich an einer COPD, kann dies eine Operation unmöglich machen. Hier bietet die stereotaktische Bestrahlung eine Option, teilt die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) aus Anlass einer aktuellen Studie mit.

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50 bis 70 Prozent aller Menschen, bei denen Lungenkrebs diagnostiziert wird, hätten zu diesem Zeitpunkt auch eine COPD.

"Die Konstitution solcher Patienten ist dadurch so geschwächt, dass sie die Strapazen einer Op mit teilweiser Entfernung der Lunge nicht überleben würden", wird Professor Jürgen Dunst, Direktor der Klinik für Strahlentherapie an der Universität Lübeck, in der Mitteilung zitiert.

Wie eine Studie aus Amsterdam ergeben habe, könne aufgrund der Option einer stereotaktischen Radiotherapie auf eine Op verzichtet werden, ohne für die Patienten per se eine schlechtere Prognose in Kauf zu nehmen (Int J Radiat Oncol Biol Phys 2012; 82: 1149-56).

Aus den Daten der Studie leite sich für die Patienten eine Wahrscheinlichkeit von 89 Prozent ab, innerhalb von drei Jahren nach stereotaktischer Radiotherapie ohne Rezidiv am Ort der Bestrahlung zu überleben.

"Die Ergebnisse sind mit denen nach einer Lungen-Op vergleichbar. Die Op ist aber häufig mit verschlechterter Lungenfunktion und erhöhtem Sterberisiko verbunden", wird Professor Christian Rübe, Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie des Universitätsklinikums des Saarlandes, zitiert.

Doch auch wenn der Tumor in der Lunge erfolgreich zerstört werden kann, sind die Chancen bei Lungenkrebs relativ schlecht. So starben von den behandelten Patienten der Studie - trotz der guten Tumorkontrolle - mehr als die Hälfte in den ersten drei Jahren.

"Viele Lungenkrebstumore haben zum Zeitpunkt der Diagnose bereits gestreut, ohne dass wir das mit den heutigen Methoden nachweisen können", so Rübe.

"Diese Patienten können dann auch durch die Bestrahlung oder eine Operation nicht geheilt werden." Andere Krebspatienten würden an den Folgen der COPD sterben, die unabhängig von der Krebsbehandlung fortschreitet.

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