Rasburicase stoppt Tumorlyse-Syndrom

MÜNCHEN (wst). Gerade wenn eine große Masse an Krebszellen besonders gut und rasch auf eine Chemo- oder Strahlentherapie anspricht, kann sich ein lebensbedrohliches Tumorlyse-Syndrom entwickeln. Durch die therapeutische oder präventive Verwendung von Urat-Oxidase kann dies effektiv gebannt und die Krebstherapie ohne Zeitverzögerung fortgeführt werden.

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Am häufigsten ist ein Tumorlyse-Syndrom zu Beginn einer Chemotherapie bei rasch wachsenden, hoch chemosensiblen Tumoren. Dies hat Professor Michael Kneba vom Universitätsklinikum Kiel berichtet. Risikopatienten sind somit vor allem solche mit Leukämien oder malignen Lymphomen, weniger solche mit soliden Tumoren. Kinder sind wegen der oft überdurchschnittlichen Chemo- oder Strahlensensitivität ihrer Krebserkrankung eher von einem Tumorlyse-Syndrom bedroht als Erwachsene.

Das Risiko werde verschärft durch Nierenfunktionsstörungen, Dehydration, Harnwegsobstruktion, Herzinsuffizienz sowie durch tumorspezifische Antikörper in Kombination mit einer hoch wirksamen Chemotherapie, so Kneba bei einer unter anderem vom Unternehmen Sanofi-Synthelabo unterstützten Veranstaltung in München.

Ausgangspunkt des Tumorlyse-Syndroms ist ein massives, therapieinduziertes Absterben von Tumorzellen, deren freigesetzte Bestandteile den Körper überschwemmen. Können die anfallenden intrazellulären Substanzen von den Nieren nicht mehr ausreichend ausgeschieden werden, kommt es im Blut auch zu einem dramatischen Anstieg von Harnsäure, Kalium und Phosphat. Vor allem die massive Hyperurikämie kann innerhalb weniger Stunden zu tödlichem Nierenversagen führen.

Als derzeit effektivste Maßnahme gegen ein Tumorlyse-Syndrom gelten Infusionen von Urat-Oxidase, welche jetzt als Rasburicase (Fasturtec®) auch gentechnisch hergestellt wird. Das bei vielen Wirbeltieren - aber nicht bei Menschen - natürlich vorkommende Enzym baut die im Urin schlecht lösliche Harnsäure zum zehnfach löslicheren Allantoin ab. Dieses wird dann problemlos über die Nieren ausgeschieden.

Studien hätten ergeben, daß Rasburicase akut entgleiste Harnsäurespiegel im Blut signifikant schneller, stärker und zudem verträglicher senkt wie Allopurinol.

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