Reisemediziner

Schlüsselposition zur Aufklärung bei Impfskepsis

Über neue Impfstoffe berichteten Experten beim Forum Reisen und Gesundheit in Berlin.

Veröffentlicht: 11.03.2019, 09:55 Uhr

BERLIN. Reisemediziner sollten eine Schlüsselposition zur Aufklärung gegen Impfskepsis einnehmen. Das wurde am Wochenende beim 20. Forum Reisen und Gesundheit in Berlin anlässlich der Internationalen Tourmismusbörse (ITB) deutlich.

Gerade erst habe die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Impfskeptiker als eine der zehn größten Bedrohungen für die globale Gesundheit benannt, berichtete Professor Tomas Jelinek.

Zwar habe man als Arzt gegen Impfgegner allgemein schlechte Karten. „Aber bei den Impfskeptikern können wir als Reisemediziner etwas tun“, forderte er. Sie hätten neben den Arbeitsmedizinern die Schlüsselposition, um gerade junge Menschen zu erreichen und Impflücken zu schließen.

Impfstoffmangel tritt immer wieder auf

Problematisch sei jedoch der seit Jahren immer wieder auftretende Mangel an Vakzinen, der zum Teil erhebliche Ausmaße annehme.

„So war es 2018 über einen längeren Zeitraum nicht möglich, Reisende rechtzeitig gegen Tollwut und Hepatitis A zu impfen“, so Jelinek, der wissenschaftlicher Leiter des Centrums für Reisemedizin (CRM) ist.

Patienten sollten auf eine vorzeitige Vorstellung vor der Abreise hingewiesen werden, um eventuelle Versorgungsengpässe auffangen zu können“.

Neue Impfstoffkandidaten

Jelinek berichtete auch von neuen Impfstoffkandidaten. „In den nächsten ein bis zwei Jahren wird ein MenACWY-Impfstoff auf den Markt kommt. Auch ein Dengue-Impfstoff des Herstellers Takeda (TAK-003) hat die Phase-III abgeschlossen und wird wohl in absehbarer Zeit zugelassen werden“, so Jelinek.

Weitere Impfstoffe würden gerade in Phase-III-Studien geprüft, darunter pentavalente MenABCWY-Impfstoffe, eine konjugierte 15-valente und eine konjugierte 20-valente Pneumokokken-Vakzine, sowie Vakzinen gegen C. difficile und Chikungunya. (bae)

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