Direkt zum Inhaltsbereich

Resistenzen fordern Pharmaforscher heraus

Infektionen sind nach Krebs das zweite große Gebiet, in dem schon bald Innovationen erwartet werden.

Veröffentlicht:

Resistenzentwicklungen zwingen die Wissenschaftler, nach neuen Medikamenten zu forschen. Wie der vfa - Verband forschender Arzneimittelhersteller mitteilt, könnten in den kommenden Jahren sieben neue Breitband-Antibiotika zugelassen werden. Ein Präparat befinde sich bereits im europäischen Zulassungsverfahren, sechs weitere befänden sich in der Phase III der klinischen Entwicklung. Fünf Breitband-Antibiotika darunter seien darüber hinaus auch gegen multiresistente Staphylococcus-aureus-Bakterien (MRSA) wirksam, die vor allem in Kliniken vorkommen. Und: Auch an einem Impfstoff gegen MRSA werde bereits geforscht.

Auch die Gefahr durch Tuberkulose ist nach wie vor nicht gebannt, weltweit erkranken nach Angaben der vor zehn Jahren gegründeten Organisation TB Alliance mehr als 9,2 Millionen Menschen weltweit an der Infektionskrankheit. Vor allem in Entwicklungs- und osteuropäischen Ländern nimmt die Zahl der Tuberkulose-Patienten zu, auch aufgrund von Infektionen mit dem Aids-Erreger HIV.

Drei neue Wirkstoffe bereits in Phase-II-Studien

Auch weil es immer mehr resistente Tb-Erreger gibt, wird die Suche nach neuen Wirkstoffen gegen Tuberkulose intensiviert, mit denen sich darüber hinaus die Therapiedauer von sechs Monaten um mehrere Monate verkürzen lässt. Drei neue Wirkstoffe gegen Mycobacterium tuberculosis aus den Labors forschender Pharma-Unternehmen werden derzeit bereits in Phase-II-Studien getestet. Es handelt sich um die Nitroimidazol-Präparate OPC-67683 und PA-824 sowie um ein Diarylchinolon mit der Bezeichnung TMC-207. Nitroimidazole leiten sich von Azomycin ab, einem Produkt der Streptomyceten. Zur ersten therapeutisch genutzten Generation der Nitroimidazole gehört Metronidazol zur Behandlung von Protozoen und anaeroben Bakterien. Diarylchinolone gehören wie Moxifloxacin zur Gruppe der Gyrasehemmer.

Aber auch schon existierende Antibiotika, die bisher nur gegen andere Krankheiten erprobt sind, könnten helfen. Am weitesten fortgeschritten ist in dieser Gruppe die klinische Prüfung von Moxifloxacin, einem 8-Methoxy-Fluorochinolon, das etwa bei Pneumonien zugelassen ist. Die Unternehmen arbeiten bei ihrer Tuberkulose-Forschung meist mit der Organisation TB Alliance zusammen.

Mehrere Unternehmen konzentrieren sich schließlich in ihrer Tuberkulose-Forschung unter anderen auf die Entwicklung weiterer Gyrasehemmer, auf die Synthese von Hemmstoffen des Enzyms Malat-Synthase von Mykobakterien sowie auf LeuRS-Hemmer, mit denen sich gezielt die Eiweiß-Synthese in den Tuberkulose-Erregern verhindern lässt. (ple)

Lesen Sie dazu auch: Interesse an innovativen Krebsmitteln ist derzeit groß

Mehr zum Thema

Sie fragen – Experten antworten

Tollwut-Impfung: Bei wem zahlt die Krankenkasse?

Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Abb. 2: Sekundärer Endpunkt der BOREAS-Studie: Veränderung der Lungenfunktion unter Dupilumab versus Placebo

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Typ-2-Inflammation bei COPD

Bessere Lungenfunktion und mehr Lebensqualität durch IL-4/-13-Hemmung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Berlin, und Regeneron GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Krisenresilienz

Stromausfall in Reutlingen: Eine Ärztin schildert ihre Erfahrungen

Lesetipps
Verwaistes Berufsutensil: Wo Kolleginnen und Kollegen den Hut nehmen, sind die verbliebenen Leistungserbringer nicht selten mit überbordender Nachfrage konfrontiert.

© Justlight / Generated with AI / Stock.adobe.com

Versorgung

Ärztemangel: Hilfe, mein Nachbar macht die Praxis dicht!

In der Schwangerschaft soll eine medikamentöse Blutdrucktherapie ab Werten 140/90 mmHg initiiert werden.

© Dragana Gordic - stock.adobe.com

Gestationshypertonie und Co.

Bluthochdruck in der Schwangerschaft: So gehen Sie therapeutisch vor