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Kommentar

Richtige Richtung in der Forensik

Von Nicola Siegmund-Schultze Veröffentlicht:

Eine Politik, die Patienten im Maßregelvollzug die Chancen für ein Leben in Freiheit verbaut, ohne dass von ihnen eine gravierende Gefahr für die Allgemeinheit ausgeht, könnte man als populistisch und kurzsichtig bezeichnen, und dieser Vorwurf wird der Politik gemacht. Er ist aber nur zum Teil berechtigt. Selbstverständlich ist Repression kein Heilmittel, weder für ein System, noch für den Einzelnen.

Aber wenn heute davon ausgegangen wird, dass nur etwa sechs Prozent der aus dem Maßregelvollzug entlassenen Patienten rückfällig werden, dann ist dieser Erfolg auch eine Folge davon, dass zunehmender Druck von Öffentlichkeit und Politik die Kontrollinstrumente verbessert hat. So wurde die Schwerpunktarztbildung "forensischer Psychiater" geschaffen. Die Qualität von Gutachten und von forensisch-psychiatrischen Zentren hat man durch Richtlinien und Zertifizierung verbessert. Die Richtung der Politik stimmt also.

Allerdings: Die positiven Nachrichten über geringe Rückfallquoten beziehen sich meist auf bekannte Ereignissen, ohne Dunkelziffer. Um realistische Zahlen aus Deutschland zu erhalten, müsste mehr Forschung betrieben werden. Auch die Effizienz der Versorgung psychisch kranker Straftäter ist noch unzureichend erfasst.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund: Rückfälle nach dem Maßregelvollzug sind selten

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