Diabetes mellitus

Rimonabant optimiert Therapie mit Insulin bei Typ-2-Diabetes

SAN FRANCISCO (ob). Die selektive Blockade des Endocannabinoid (CB1)-Rezeptors durch Rimonabant scheint ein wirksamer Ansatz zu sein, um bei mit Insulin nur unzureichend behandelten Typ-2-Diabetikern die Blutzuckereinstellung deutlich zu verbessern.

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Blutzuckermessung: Bei Therapie mit dem Endocannabinoid (CB1)-Rezeptor sinken die Nüchtern-Blutzuckerspiegel.

Blutzuckermessung: Bei Therapie mit dem Endocannabinoid (CB1)-Rezeptor sinken die Nüchtern-Blutzuckerspiegel.

© Foto: sbra

Dafür sprechen Ergebnisse einer neuen Studie, die Dr. Priscilla Hollander aus Dallas beim Kongress der amerikanischen Diabetes-Gesellschaft ADA in San Francisco vorgestellt hat. Rimonabant hat bereits in zwei Studien bei noch nicht behandelten sowie bei mit oralen Antidiabetika behandelten Typ-2-Diabetikern seinen günstigen Einfluss sowohl auf Körpergewicht und Lipidprofil als auch auf die Glykämie-Senkung unter Beweis gestellt.

In der neuen Studie sollte sein antidiabetisches Wirkpotenzial bei mit Insulin suboptimal behandelten Patienten ausgelotet werden. Insgesamt 365 Typ-2-Diabetiker, deren HbA1c trotz Insulin-Monotherapie über dem Zielwert von 7 Prozent lag, erhielten 48 Wochen lang Rimonabant (20 mg/Tag) oder Placebo. Primärer Endpunkt war die HbA1c-Veränderung in Relation zum Ausgangswert.

Die Patienten nahmen im Schnitt auch 2,5 kg Körpergewicht ab.

In der Rimonabant-Gruppe betrug die HbA1c-Abnahme im Studienverlauf 0,89 Prozentpunkte, in der Placebo-Gruppe waren es 0,24 Prozentpunkte - ein signifikanter Unterschied. Je höher der HbA1c-Ausgangswert, um so ausgeprägter war die durch Rimonabant bewirkte Reduktion. Die Nüchtern-Blutzuckerspiegel wurden dementsprechend ebenfalls signifikant stärker gesenkt als durch Placebo. Eine Abnahme war auch beim Körpergewicht zu beobachten, das durch Rimonabant im Schnitt um 2,5 kg verringert wurde, unter Placebo-Therapie dagegen konstant blieb. Auch dieser Effekt und die damit verbundene Abnahme des Bauchumfanges erwiesen sich als signifikant.

Die Rate der als schwerwiegend eingestuften Nebenwirkungen war mit 16,8 versus 19,3 Prozent in der Rimonabant-Gruppe niedriger, die Rate der Therapieabbrüche wegen Nebenwirkungen mit 17,3 versus 8,0 Prozent hingegen höher als in der Placebogruppe. Studienleiterin Hollander bescheinigte der Substanz eine insgesamt gute Verträglichkeit. Nach ihrer Einschätzung stimmen die vorliegenden Studiendaten optimistisch, dass Rimonabant als zusätzliche Option die Diabetes-Therapie künftig bereichern könnte.

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