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Nieren-Ca

Risikofaktor niedriges Cholesterin

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WIEN. Bei Patienten mit Nierenzellkarzinom sind niedrige präoperative Cholesterinspiegel mit einem erhöhten Sterberisiko assoziiert. Zum biologischen Zusammenhang gibt es bisher nur Vermutungen.

Der Zusammenhang zwischen niedrigen Serumcholesterinspiegeln und erhöhter Mortalität bei Nierenkrebspatienten wurde bereits in früheren Studien beobachtet.

Österreichische Urologen haben ihn jetzt in einer retrospektiven Studie mit fast 900 Patienten überprüft, die zwischen 2002 und 2012 partiell (561 Patienten) oder radikal (306 Patienten) nephrektomiert worden waren (BJU Int 2014; online 12. Juni).

Bei 164 Patienten wurde zusätzlich eine Lymphknotendissektion vorgenommen. Endpunkt der Studie war das krebsspezifische Überleben. Im Median waren die Studienteilnehmer 64 Jahre alt.

Wie die Ärzte um Dr. Michela de Martino von der Medizinischen Universität Wien berichten, lag der mediane Serumcholesterinspiegel bei 195 mg/dl. Das mediane Follow-up betrug 52 Monate.

Insgesamt 116 Patienten starben an den Folgen der Krebserkrankung. Die Cox-Regressionsanalyse ergab eine signifikante Assoziation zwischen präoperativen Cholesterinwerten und der krebsspezifischen Mortalität, und zwar mit einer Hazard Ratio (HR) von 0,87.

Das bedeutet nach Angaben der Ärzte, dass mit jedem Anstieg des Cholesterinwertes um 10 mg/dl die krebsspezifische Mortalität um 13 Prozent sank. Dabei hatten Patienten mit hohen Cholesterinspiegeln (= 161,5 mg/dl) ein um 76 Prozent reduziertes Sterberisiko (HR: 0,24).

Wurde der Einfluss bereits bekannter Prognosefaktoren herausgerechnet, war jeder Anstieg um 10 mg/dl mit einem um 6 Prozent verringerten krebsspezifischen Sterberisiko assoziiert. Subgruppenanalysen ergaben, dass das Cholesterin bei klarzelligem, papillärem und lokalisiertem Nierenzellkarzinom von prognostischer Bedeutung ist.

Eine Erklärung für den Zusammenhang könnte nach Ansicht von de Martino und ihren Kollegen die Tatsache sein, dass es durch die vermehrte Speicherung von Cholesterin in Tumorzellen bei fortgeschrittener Erkrankung zu den niedrigen Serumspiegeln kommt. Vermehrt gebraucht wird das Cholesterin etwa für die Membranbildung.

Unklar sei allerdings, so die Autoren, ob das Serumcholesterin tatsächlich als Surrogatparameter für das in Tumoren enthaltene Cholesterin gelten kann. Schließlich sei zwar bekannt, dass Statine das Wachstum von Nierenkrebszellen hemmen und dass bei Frauen mit Statintherapie ein reduziertes Risiko für ein Nierenzellkarzinom beobachtet wird.

Die aktuelle Studie sei jedoch nicht darauf ausgerichtet gewesen zu klären, ob die Statintherapie einen Effekt auf das Überleben hat. (ple)

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