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INTERVIEW

"Röntgen spürt kleine Brusttumoren auf"

Kann eine Hormonersatztherapie Brustkrebs auslösen? Dafür haben wir bisher keine Beweise, sagte Professor Olaf Ortmann aus Regensburg zur "Ärzte Zeitung". Aber es sieht ganz danach aus, dass eine kombinierte HRT das Wachstum bereits vorhandener Mammakarzinome stimuliert. Ortmann leitet das Gyn Update 2008 zusammen mit Professor Andreas du Bois aus Wiesbaden. Es findet am 18. und 19. April in Wiesbaden statt.

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Mammografie zur Krebsfrüherkennung ist ein wichtiges Thema beim Gyn Update.

Mammografie zur Krebsfrüherkennung ist ein wichtiges Thema beim Gyn Update.

© Foto: Kooperationsgemeinschaft Mammografie

Ärzte Zeitung: Beim Gyn Update 2008 wird es auch wieder um das Thema Brustkrebs und Hormone gehen. Hat es hierzu in letzter Zeit wichtige neue Erkenntnisse gegeben?

Professor Olaf Ortmann: Die aufsehenerregendste Publikation zum Thema Mammakarzinomrisiko und Hormontherapie (HT) in den vergangenen zwei Jahren war wohl, dass in Ländern, in denen vor Veröffentlichung der WHI-Studie eine starke Nutzung der HT zu verzeichnen war und diese inzwischen stark zurückgegangen ist, gleichzeitig auch die Brustkrebs-Inzidenz deutlich gesunken ist. Zu diesen Ländern gehört auch Deutschland.

Ärzte Zeitung: Einen Beweis für einen kausalen Zusammenhang ist diese Beobachtung aber noch nicht...

ZUR PERSON Professor Olaf Ortmann ist Direktor der Frauenklinik am Caritas-Krankenhaus St. Josef in Regensburg. Einer seiner Schwerpunkte ist die gynäkologische Endokrinologie.

Ortmann: Nein, aber er ist plausibel.

Ärzte Zeitung: In den Niederlanden hat sich die Brustkrebs-Inzidenz trotz starker Abnahme der Verordnung von Hormonersatz-Präparaten nicht nennenswert verringert. Wie kommt das?

Ortmann: Das liegt daran, dass die Nutzung der HT in den Niederlanden bereits vor der Publikation der WHI-Daten mit 13 Prozent sehr niedrig war.

Eine Abnahme der Brustkrebs-Inzidenz infolge eines weiteren Rückgangs der HT hätte sich daher aus nationalen Krebsregistern kaum ableiten lassen.

Ärzte Zeitung: Wenn die Zahl der Brustkrebsdiagnosen nach dem Rückgang der HT-Anwendungen so rasch abnimmt, deutet das aber sicher nicht auf einen karzinogenen Effekt der Hormone hin...

Ortmann: Die Beobachtung spricht jedoch dafür, dass eine Östrogen-Gestagen-Substitution das Wachstum bereits vorhandener Mamma-Karzimome stimuliert. Ob tatsächlich eine Karzinogenese im Sinne der Tumorinitiation vorliegt, ist erst nach vielen Jahren zu erkennen.

Ärzte Zeitung: Beim Gyn-Update soll jetzt der Brustkrebs-Diagnostik mehr Raum gegeben werden, unter anderem auch dem Mammografie-Screening. Gibt es schon Ergebnisse?

Ortmann: Wir wissen bisher noch nicht, wie sehr das Mammografie-Screening in Deutschland die Sterberate der Frauen verringert. Aber es ist jetzt schon ersichtlich, dass mit der Maßnahme häufig kleine Tumoren unter 2 cm Durchmesser gefunden werden und dass die Lymphknoten meist krebsfrei sind. Tumorgröße und axillärer Lymphknotenbefall sind wichtige Prognosefaktoren.

Ärzte Zeitung: Haben Sie in puncto Screening noch Verbesserungswünsche?

Ortmann: Ich würde mir eine bessere Verzahnung zwischen den Radiologen, die das Screening vornehmen, und den Frauenärzten wünschen, sobald bei einer Patientin ein pathologischer Befund erhoben wird. (ikr)

Anmeldung und Infos gibt's unter: www.gyn-update.com

Gyn Update 2008 in Wiesbaden

In der Update-Fortbildungsreihe gibt es am 18. und 19. April in Wiesbaden eine Veranstaltung zum Thema Gynäkologie. Das Gyn Update vermittelt während des zweitägigen Seminars den aktuellen, internationalen Stand des klinisch relevanten Wissens zur Gynäkologischen Onkologie. Dabei geht es um Hormone und Krebs, die Therapie von Frauen etwa mit Zervix-, Ovarial- oder Endometriumkarzinom. Bei zwei Dritteln des zweiten Tages steht Brustkrebs im Mittelpunkt. Die Veranstaltung wird voraussichtlich mit 16 CME-Punkten zertifiziert. (ikr)

ZUR PERSON

Professor Olaf Ortmann ist Direktor der Frauenklinik am Caritas-Krankenhaus St. Josef in Regensburg. Einer seiner Schwerpunkte ist die gynäkologische Endokrinologie.

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