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Sabotage unter Forschern aufgedeckt

NEW YORK (dpa). Ein US-Gericht hat einen Forscher der Sabotage für schuldig gesprochen. Der Post-Doktorand vergiftete die Zellkulturen einer jungen Kollegin, um deren Forschungserfolge zu verhindern, heißt es in einem Bericht des Fachjournals "Nature" (2010; 467: 518).

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Aus Neid Alkohol in die Zellkulturen der Kollegin gekippt - dafür verdonnerte ein US-Gericht den Forscher zu einer satten Geldstrafe.

Aus Neid Alkohol in die Zellkulturen der Kollegin gekippt - dafür verdonnerte ein US-Gericht den Forscher zu einer satten Geldstrafe.

© Rüdiger Wölk / imago

Dem neidischen Forscher droht nun eine Geldstrafe von bis zu 72 000 Dollar (53 000 Euro). Und die Autoren des "Nature"-Berichts glauben, dass solch ein Vorfall im Universitätsalltag kein Einzelfall ist.

Die angehende Medizinerin an der Universität von Michigan in Ann Arbor arbeitete mit Zellkulturen, zu denen sie eine Flüssigkeit gab. Als die Versuche immer wieder fehlschlugen, wurde sie misstrauisch und alarmierte die Institutsleitung.

Diese zweifelte zunächst an den Aussagen der jungen Frau und unterzog sie einem Lügendetektortest. Dann aber installierte sie zwei Kameras im Labor und erwischte den älteren Kollegen auf frischer Tat.

Er gestand, der Flüssigkeit Alkohol beigemischt zu haben, um die Zellkulturen systematisch zu vergiften. Als Grund für seine Tat, die Tausende Dollar an Forschungsgeldern zunichtemachte und die monatelange Arbeit seiner Kollegin zerstörte, nannte der Postdoc Neid und Sorge um das eigene Vorankommen.

Nur wer Forschungserfolge vorweist, kann in den USA auf Mittel vom Staat und dem privaten Sektor hoffen. Wer keine neuen Daten anbietet, muss seinen Traum vom Forscherjob oft erst einmal auf Eis legen. Dieser Wettkampf ums Geld habe sicher nicht nur einen Forscher zur Straftat verführt, heißt es in "Nature".

Allerdings komme Sabotage im Labor wohl seltener vor. Weit üblicher dürften andere Delikte sein: Positive Stellungnahmen zur Forschungsarbeit nahestehender Kollegen oder Freunde, ebenso gefärbte Empfehlungsschreiben oder auch die Einflussnahme auf Laborprotokolle, heißt es in dem "Nature"-Artikel.

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