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Schilddrüsen-Check lohnt bei jedem Diabetiker

BERLIN (hbr). Bei Diabetikern lohnt sich die regelmäßige Überprüfung der Schilddrüsenwerte. Denn Diabetiker haben gehäuft eine gestörte Schilddrüsenfunktion. Das betrifft sowohl Typ-2- als auch Typ-1-Diabetiker.

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Funktionsstörungen der Schilddrüse können zu Blutzuckerschwankungen führen. So steigern Schilddrüsen-Hormone die Glukose-Freisetzung aus der Leber und verstärken die Insulinresistenz, hat Professor Gerhard Hintze von der Asklepios Klinik in Bad Oldesloe berichtet. Jeder zweite hyperthyreote Patient habe eine Glukose-Intoleranz, so Hintze bei einer Veranstaltung des Unternehmens Merck Pharma in Berlin. Drei Prozent bekämen einen manifesten Diabetes.

Entwickelt umgekehrt ein Patient mit Diabetes eine Hyperthyreose, wird sein Stoffwechsel instabil und der Insulinbedarf steigt. "Wenn ein Patient eine Veränderung seiner Diabetes-Einstellung bemerkt, sollte man also auch an eine Störung der Schilddrüse denken", sagt Hintze.

Er empfiehlt vor allem bei Typ-1-Diabetikern eine jährliche Kontrolle: Sie entwickeln besonders oft autoimmune Schilddrüsen-Krankheiten wie Morbus Basedow oder Hashimoto-Thyreoiditis. So hatten in einer Studie 29 Prozent von Typ-1-Diabetikern Hashimoto-typische Antikörper gegen thyreoidale Peroxidase (TPO) oder Thyreoglobulin. Und nach 24 Jahren hat nur jeder fünfte Diabetiker mit TPO-Antikörpern keine Unterfunktion der Schilddrüse.

Eine Kontrolle lohnt auch bei Typ-2-Patienten, wie Studien belegen. So hatten 13 Prozent von 908 Typ-2-Diabetikern Schilddrüsen-Erkrankungen, meist autoimmune Hypothyreosen, die Kontroll-Personen halb so oft. In einer anderen Studie wurden bei Typ-2-Diabetikern zwei- bis dreifach häufiger Schilddrüsen-Störungen ermittelt als bei Nicht-Diabetikern. Und in einer weiteren Untersuchung fand sich eine autoimmune Schilddrüsen-Krankheit bei jedem fünften Typ-2-Patienten.

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