Direkt zum Inhaltsbereich

Nierensteine

Schlecht eingestellte Diabetiker besonders gefährdet

Je schlechter die glykämische Kontrolle und Insulinresistenz bei Typ-2-Diabetes, desto höher das Nierensteinrisiko, so US-Forscher.

Veröffentlicht:
Typ-2-Diabetiker in einer Studie hatten im Vergleich zu Nicht-Diabetikern ein 2,4-fach erhöhtes Risiko für Nierensteine.

Typ-2-Diabetiker in einer Studie hatten im Vergleich zu Nicht-Diabetikern ein 2,4-fach erhöhtes Risiko für Nierensteine.

© [M] Toilette: rorem/shutterstock.com | Steine: victorburnside/istockphoto.com

PALO ALTO. Wie beeinflusst Typ-2- Diabetes die Bildung von Nierensteinen? US-Forscher haben zur Klärung der Frage Daten aus Interviews und von Laboruntersuchungen von 12.110 erwachsenen Probanden des National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) aus den Jahren 2007 bis 2010 analysiert (Eur Urol 2013; online 17. März).

Knapp 9 Prozent der Befragten berichteten dabei über ein Nierensteinleiden in ihrer Vorgeschichte. Typ-2-Diabetiker in der Studie hatten im Vergleich zu Nicht-Diabetikern ein 2,4-fach erhöhtes Risiko für Nierensteine in der Vorgeschichte, insulinpflichtige Diabetiker sogar ein 3,3-fach erhöhtes Risiko.

Signifikant mit dem Auftreten von Nierensteinen waren dabei Nüchternblutzucker, HbA1c-Wert und Insulinresistenz assoziiert. So ergab sich bei Nüchternblutzuckerwerten von 100 bis 126 mg / dl ein knapp 1,3-fach erhöhtes Nierenstein-Risiko, bei Werten über 126 mg / dl war das Risiko 23-fach erhöht. Bei HbA1c-Werten von 5,7 bis 6,5 Prozent ergab sich im Vergleich zu niedrigeren Werten bereits ein knapp 1,7-fach erhöhtes Risiko, bei HbA1c-Werten über 6,5 Prozent war das Risiko schon 2,8-fach erhöht.

Nach Berücksichtigung von Alter, Geschlecht, Ethnizität, BMI und Raucherstatus und weiteren Anpassungen hinsichtlich Hypertonie, Dyslipidämie, relativer Hyperurikämie und Hypokalzämie blieb für folgende Faktoren die Assoziation mit einem Nierensteinleiden signifikant: Typ-2-Diabetes, Insulin-pflichtiger Diabetes, HbA1c-Wert und Insulinresistenz.

Fazit: Mangelhafte glykämische Kontrolle begünstigt Nierensteine. Es sei daher von großem Wert, weitere Risikofaktoren für Steinleiden bei Patienten zu erkennen und dagegen vorzugehen. Dies könnte helfen, die Zahl der Betroffenen zu reduzieren, so die Autoren. (St)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Neue Terminologie

Warum PCOS zu PMOS wurde und was das mit Diabetes zu tun hat

Akuter ischämischer Insult oder TIA

Schützt GLP-1-Rezeptoragonist vor frühen Schlaganfall-Rezidiven?

Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Diagnostik bei Harnsteinen: Prozedere bei Hochrisiko-Gruppe

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5, 11]

Hoher Medical Need

Urolithiasis: Metaphylaxe kann hohe Rezidivrate deutlich senken

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Aristo Pharma GmbH, Berlin

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
PARPi plus ARPi: Nur bei BRCA-Mutation oder auch für Patienten ohne Mutation?

© samunella / stock.adobe.com

Metastasiertes kastrationsresistentes Prostatakarzinom

PARPi plus ARPi: Nur bei BRCA-Mutation oder auch für Patienten ohne Mutation?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pfizer Pharma GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Entzündung

Endokarditis-Prophylaxe: Worauf achten und bei wem?

Lesetipps
Ein Fußballspieler hält sich seinen Knöchel, ein Helfer assistiert ihm.

© massimhokuto / stock.adobe.com

Orthese selten nötig

Das ist bei Sprunggelenksverletzungen zu beachten

Eine Frau sitzt auf dem Bett und hält sich eine Wärmflasche auf den Bauch.

© Halfpoint / stock.adobe.com

Schmerzen verhindern

Das sind die aktuellen medikamentösen Ansätze bei Endometriose

Im Versorgungsalltag sollten nur zertifizierte und getestete KI-Tools verwendet werden.

© Suriyo / stock.adobe.com

Künstliche Intelligenz

Ihre Schritte für den sicheren KI-Einsatz im Praxisalltag