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Schlechte Compliance kostet viele Infarkt-Patienten das Leben

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Haben Sie diese Arznei heute schon eingenommen? Diese Frage kann man seinen Herz-Patienten nicht oft genug stellen.

Haben Sie diese Arznei heute schon eingenommen? Diese Frage kann man seinen Herz-Patienten nicht oft genug stellen.

© Foto: remedy@fotolia.com

TORONTO (mal/Rö). Haken Sie bei Herzinfarkt-Patienten immer nach, ob diese ihre Medikamente einnehmen: Jeder vierte gerade aus der Klinik entlassene Patient, so ihre Beobachtung, löst nämlich seine Rezepte nicht ein, berichten Kollegen aus Toronto. Die langfristige Folge: eine etwa doppelt so hohe Sterberate innerhalb des ersten Jahres nach Infarkt im Vergleich zu Patienten mit guter Compliance.

Mit ihren bei 4591 Infarkt-Patienten erhobenen Daten bestätigt jetzt Dr. Cynthia A. Jackevicius von der Universität von Toronto, dass für viele Betroffene ein Herzinfarkt offenbar ein wenig einschneidendes Erlebnis ist. Innerhalb der ersten Woche nach dem Klinik-Aufenthalt hatten nur 73 Prozent der Studienteilnehmer ihre Rezepte eingelöst. Nach 120 Tagen waren es mit 79 Prozent kaum mehr. (Circulation 117, 2008, 1028).

Die langfristige Konsequenz: Ein Jahr nach dem Klinik-Aufenthalt waren von denen, die keine Rezepte eingelöst hatten, 30 Prozent gestorben, von denen, die alle Rezepte eingelöst hatten, aber nur 13 Prozent.

Die beste Einnahmetreue, so die Kollegen, hätten dabei noch Patienten gehabt, die relativ jung waren, ein relativ niedriges Einkommen hatten, vor dem Infarkt relativ wenig Medikamente eingenommen hatten und denen in der Klinik die konsequente Einnahme ans Herz gelegt worden war.

In Deutschland erleiden pro Jahr nahezu 300 000 Menschen einen Herzinfarkt. Etwa 20 Prozent von ihnen leben ein Jahr später nicht mehr.

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