Direkt zum Inhaltsbereich

Schmerzkranke fühlen sich oft schlecht informiert

Veröffentlicht:

AMSTERDAM (gvg). In Deutschland meint jeder zweite Patient mit muskuloskelettalen Schmerzen, nicht genug über die Schmerztherapie informiert zu sein. Das Informationsbedürfnis wird von Ärzten oft unterschätzt, hat eine schriftliche Umfrage ergeben. Teilnehmer waren 1200 Schmerzpatienten mit Arthrose oder Rheumatoider Arthritis und 600 Ärzte in der Primärversorgung.

Die Untersuchung wurde von der Arthritis Action Group (AAG) in Deutschland und weiteren fünf Ländern gemacht. Die AAG ist eine vom Unternehmen Pfizer unterstützte, internationale Ärzteinitiative, die die Versorgung von Menschen mit muskuloskelettalen Schmerzen verbessern möchte.

Die befragten Patienten hatten vor allem Schmerzen am Rücken, an den Schultern und an den großen Gelenken der unteren Extremität. Wie AAG-Sprecher Professor Anthony Woolf aus London sagte, fühlen sich viele Patienten durch widersprüchliche Informationen von Ärzten und Medien zur Schmerztherapie verunsichert.

In Deutschland hätten 48 Prozent der Patienten angegeben, daß sie nicht genug über Nutzen und Risiken informiert wurden, so Woolf auf einer von Pfizer unterstützten Veranstaltung beim Europäischen Rheumakongreß in Amsterdam. Zudem würden die Sorgen der Patienten von Ärzten unterschätzt.

Widersprüchliche Infos von Ärzten und Medien verunsichern oft.    
   

In den Ländern der Umfrage gab je knapp die Hälfte der Patienten an, stark besorgt über eventuelle Risiken der Schmerztherapie zu sein. Bei Ärzten kommt das so nicht an: Nur etwa jeder zehnte gab an, daß er glaube, daß sich seine Patienten oft darüber Sorgen machten.

Über 90 Prozent der Ärzte sind der Auffassung, daß Patienten das Wissen fehlt, um Nutzen und Risiken von Therapien beurteilen zu können. Die Kommunikation über Nutzen und Risiken beschreibt jeder vierte Arzt als schwierig. In Deutschland geben 73 Prozent der Ärzte an, daß ihnen die Zeit für eine angemessene Information der Patienten fehlt.

Infos zur Umfrage und zur Arthritis Action Group: www.cambridge-medical.com/Msec/contents/AAG.htm

Mehr zum Thema

Sprechende Medizin

4 Tipps: So können Sie den Placebo-Effekt für die Therapie nutzen

Psychologische Interventionen

Sprechende Medizin: 10 Schritte bei chronischen Schmerzen

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Abb. 2: Sekundärer Endpunkt der BOREAS-Studie: Veränderung der Lungenfunktion unter Dupilumab versus Placebo

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Typ-2-Inflammation bei COPD

Bessere Lungenfunktion und mehr Lebensqualität durch IL-4/-13-Hemmung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Berlin, und Regeneron GmbH, München
Abb. 1: AIO-KRK-0424/ass-Registerstudie: Leitlinienadhärenz

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5]

BRAFV600E-mutiertes mCRC nach systemischer Vortherapie

Registerstudie weist auf Defizite in der Umsetzung der Leitlinienempfehlungen hin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pierre Fabre Pharma GmbH, Freiburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Exklusiv Bundesgesundheitsministerin im Interview

Nina Warken über Reformdruck: „So wie bisher kann es doch nicht weitergehen“

Lesetipps
Blick in ein Blutgefäß

© Superrider / Stock.adobe.com

Hypercholesterinämie

Lipidsenker klug kombinieren